Ana-Marija Markovina

Pianistin

Presse

Mozart-Abend mit Grandezza im Museum

[…] mit Ana-Marija Markovina gastierte eine Konzertpianistin in der Zollernstadt, der die großen Bühnen der Welt bekannt sind. Und das kommt nicht von ungefähr. Mit ihrer Virtuosität, ihrer gefühlvollen Art, die Tasten ihres Instruments zu streicheln, und ihrem ganzen Auftreten verkörpert sie die Grandezza der klassischen Musik.

[…] Mit dem „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 25 C-Dur KV 503“ folgte der erste gemeinsame Auftritt von Pianistin und Kammermusikern. […] Der erste Satz, Allegro maestoso, ist der längste Konzertsatz, den Mozart je geschrieben hat. Die feierliche, großsymphonische Einleitung durch das Orchester ebnet den Weg für den Einsatz des Klaviers und damit für den großen Auftritt von Pianistin Ana-Marija Markovina. Obwohl das Orchester immer wieder seine Präsenz zur Entfaltung brachte, lag der Fokus doch auf der Pianistin, die auf spielerisch leichte Weise komplexeste Passagen meisterte. Ihr vollendetes Spiel brachte sie dort dezent ein, wo die Komposition Zurückhaltung verlangt, während perlende, dynamische Klavierwelten an den Stellen dominierten, wo ihrem Instrument alle Entfaltungsmöglichkeiten gegeben waren.

Diana Maute, Südwest Presse Online 22.11.2016

So spricht nur ein Genie

In der Stadthalle Museum ist die Meisterhaftigkeit Mozarts zu spüren. Klassik macht Spaß. Diesen Eindruck vermittelte am Freitag der Mozartabend in der Stadthalle Museum.
Gestaltet wurde er vom Kammerorchester Balingen und Mitgliedern des Hechinger Kammerorchesters mit der Solistin Ana-Marija Markovina am hauseigenen Flügel. […]
Mit der musikalischen Umsetzung war das Publikum zurecht rundum zufrieden. Nicht nur wegen der hochprofessionellen Ausführungen der Kölner Pianistin, […] Ana-Marija Markovina ist eine versierte Pianistin[…] Sie ist so bewandert auf ihrem Instrument, dass sie meist auswendig interpretiert.
Die beiden von der Pianistin gespielten Werke standen in der Aussage konträr gegenüber und wurden von Markovina klangrein und natürlich fehlerfrei interpretiert.

Willie Beyer, Schwarzwälder Bote 21.11.2016

 

Zum 1. Sinfoniekonzert mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester in Husum am 27.10.2016

Zu Beginn […] gestaltete Ana-Marija Markovina das Werk mit viel Temperament. Dabei kamen sowohl Griegs Vorbild, Robert Schumann als auch Griegs Inspirationsquelle, die norwegische Volksmusik gleichermaßen zu ihrem Recht: vor allem im ersten Satz, der voller Energie ist, aber immer wieder auch eine Art nordische Melancholie durchscheinen lässt. In der Solo-Kadenz zeigt die Pianistin darüber hinaus ihre eigene Gestaltungskraft. Nach dem lyrischen zweiten spielt sie im dritten Satz die Folklore in den Vordergrund. Im ersten Satz nur angedeutet, übernimmt nun der norwegische Springtanz Hailing das Kommando. Der Satz endet in hochdramatischer Spannung.Orchester und Solistin wurden mit viel Beifall bedacht, für den Letztere sich mit zwei brillianten Zugaben bedankte.

Lars Geedes, Flensborg Avis 29.10.2016

 

Aus dem Schatten geholt: Ana-Marija Markovina rückt Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel ins Rampenlicht

Pullach – Mit ihrem Klavierabend vor allem mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach im Bürgerhaus Pullach hat Ana-Marija Markovina Begeisterungsstürme ausgelöst. In Kroatien geboren berücksichtigte die hochrenommierte Pianistin das Klavierwerk des bekanntesten Sohns von Johann Sebastian Bach – einem experimentierfreudigen Erneuerer, dem Markovina „verfallen“ ist, wie sie in Pullach bekannte.

Mit Äußerungen wie „Ich liebe die Musik dieses unerreichten Meisters“ oder „Ich spiele dieses Stück jedes Mal anders“ unterstrich sie ihr Bekenntnis zu dem als biederen Kammercembalisten verkannten Meister, der den Alten Fritz 28 Jahre bei privaten Flötenkonzerte begleitete, ohne je befördert zu werden.

Zu Carl Philipp Emanuel Bachs 300. Geburtstag im Jahr 2014 spielte Markovina das Klavierwerk auf 26 CDs ein und wurde dafür mit einem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Bach schätzte Fantasien als „Freies Phantasieren“, nicht an feste Regeln und Schemata gebunden. Mit dem Hinweis, er setze die Takteinleitung unerwartet über längere Strecken aus, begann Markovina mit der „Fantasie“ fis-Moll W.67, ein Adagio mit dem Untertitel „Carl Philip Emanuel Bachs Empfindungen“.

Sie wechselt von Akkorden und Läufen, ungebärdiger als bei Haydn, zu liebenswürdigen Passagen. Auch bei der Fantasie C-Dur W.59/6, ein Allegro Moderato, setzt Markovina zwischen dem Laufwerk Akzente als Halt – ein virtuoses Spiel voll Verzierungen. Da war es wieder, „das Sprechende, das hurtig Überraschende von einem Affekte zum anderen“, wie es Bach in seinem „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ zu Papier gebracht hat. Bei ihrer Sonaten-Auslese lies es Markovina bei der in c-Moll W.65/31 (1757) im Allegro assai ma pomposo donnern, entsprach dem Andantino pathetico mit punktiertem Rhythmus und endete mit Allegro scherzando.

Bei der ersten der „Preußischen Sonaten“ F-Dur (1742) zeigt sie, wie Bach das Poco Allegro als zweistimmige Invention in der Art des Vaters beginnt und das Andante mit Rezitativ und Arioso zur Opernszene ausbaut, gefolgt vom fröhlichen Vivace. In der ersten der dem Herzog von Württemberg gewidmeten Sonaten a-Moll (1744) begegnen scharfe Dissonanzen und unerwartete Pausen. Furios stürmte sie durch das Allegro-assai-Finale, von Bach „Wutausbruch“ genannt.

Die weniger schwere „Damensonate“ A-Dur gefiel als helles, verspieltes Allegro di molto, wunderschönes Larghetto und launiges Allegretto. Rondeaus, die Bach den Sonaten als Auflockerung beifügt, waren ein weiteres Experimentierfeld, Rondos nannte er sie als erster. Am kontrastreichen Rondo a-Moll und am volksliedartigen G-Dur verdeutlichte sie den kunstvoll variierenden Refrain (Kehrreim). Mit den 12 „Variationen über Folies d’Espange“ rundete sie die Auslese berührend ab.

Dem empfindsamen Stil seiner Zeit entsprechen Bachs heftige Stimmungsschwankungen, ausgedrückt in exzentrischen Pausen und abrupten Melodiewechseln, eine teils zusammenhangslose Folge von Einfällen. Wirkte Carl Philipp Emanuel auf die Wiener Klassik als ein Katalysator, so fand er in Franz Liszt, der als experimentierfreudiger Klaviervirtuose mit kühner Harmonik über die Romantik hinauswies, sogar eine Entsprechung.

So erinnerte die Pianistin am Ende bei Liszts Dante-“Fantasia quasi Sonata“ mit vereinzelten Akkorden als Rufmotiv sowie schreien, Seufzern und dem Choral der Verdammten an Bach. Mit Liszts Paraphrase über das Quartett aus Verdis „Rigoletto“ endete Markovina unterhaltsam und fand bei Sonaten von Scarlatti als umjubelte Zugabe wieder zurück zu Barock.

von Arno Preiser,Münchener Merkur 18.05.2016

Leidenschaft für den verkannten Sohn

Ana-Marija Markovina bringt dem Publikum in Pullach die Werke von Carl Philipp Emanuel Bach näher

Es kommt ja gar nicht so oft vor, dass mit der Dauer einer Beziehung auch das Feuer und die Leidenschaft stetig wächst. Häufig ist eher das Gegenteil der Fall, die Schmetterlinge im Bauch liegen irgendwann abgestürzt am Boden und Gewöhnung ersetzt die einstige Verzückung. Was das Verhältnis zwischen Ana-Marija Markovina und Carl Philipp Emanuel Bach angeht, kann von romantischen Verschleißerscheinungen indes keine Rede sein, auch nach vielen Jahren der intensiven Beschäftigung ist die in 1970 in Kroatien geborene und in Köln lebende Pianistin dem Komponisten „verfallen“, wie sie bei ihrer Konzert-Einführung im Pullacher Bürgerhaus erklärte.

Es ist gleichsam eine besondere, künstlerisch außerordentlich befruchtende Romanze zwischen der eigenwilligen Pianistin und dem 1788 in Hamburg gestorbenen Komponisten respektive dessen Werk. Er war der bekannteste Sohn von Johann Sebastian Bach, und er hat seinen Vater phasenweise an Renommee sogar übertroffen: Wenn zu seiner Zeit und auch danach vom „großen Bach“ gesprochen wurde, dann war Carl Philipp Emanuel gemeint. Es mutet denn auch erstaunlich an, was aus diesem jüngeren Bach alles an Ideen sprudelte, die Vielfalt und Fülle seines Werkes ist ein Grund, warum Markovina ihn mit dieser Leidenschaft umarmt. „Er hat mein Gehirn und meine Seele verändert“, sagt sie. In Pullach präsentierte sie nun einen Ausschnitt dieses Œuvres, für die Gesamteinspielung seines Klavierstücke (26 CDs) wurde sie 2014 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Es ist ein Werk, das zum „Empfindsamen Stil“ gerechnet wird, was insofern auch schlüssig ist als Carl Philipp Emanuel Bach tatsächlich sein Ich in den Mittelpunkt stellte, eine riesige Bandbreite an Emotionen in seine Stücke einbaute, in seiner radikalen Subjektivität quasi Romantiker war und durch die Emanzipation von der Barockkunst seines Vaters letztlich auch den Wiener Klassikern wie Haydn, Mozart und Beethoven den Weg bereitete. „Ohne ihn wäre vieles gar nicht möglich gewesen.“

Seine „Fantasie“ in der ungewöhnlichen Tonart fis-Moll, mit der Markovina das Konzert eröffnete, rührt denn auch als düster-geheimnisvolle Erzählung an innere Abgründe, darin der emotional packenden Intensität einer Beethoven-Sonate nicht unähnlich. Markovina widmet den ersten Teil des Abends komplett „ihrem“ Bach und die Art wie sie spielt, korrespondiert mit dem Einfallsreichtum, der kontrastiven Charakteristik, der Ironie und Vielfalt der Stücke. Neben der elegischen und in essenzielle Tiefen vordringenden „Fantasie in fis-Moll“ beeindruckt auch die „Fantasie in C-Dur“, die durchaus mit leichten exzentrischen Passagen aufwartet. Spannend wirkt auch die Sonate c-Moll, die eigentlich nur für den Privatgebrauch komponiert wurde. Eindrücklich agiert Markovina zudem als Interpretation der „Württembergischen Sonate“, die eine hohe Virtuosität der Interpretin verlangt. Bei aller Ironie und Raffinesse fehlt CPE Bach aber quasi ein melodisch-charakteristischer Stil, der einprägsam ist. Modern gesagt, hat er nie einen melodischen Markenkern, wie etwa sein Vater oder die nachfolgenden Klassiker entwickelt. Überraschende Sprünge bestimmen seine Stücke, Zäsuren, das humorvolle Spiel mit Pausen, kontrapunktische Versiertheit und harmonische Experimentierfreude. Markovina, die in Detmold, Weimar und Berlin studiert und auch Werke von Luise Adolpha Le Beau, Hugo Wolf, Anton Urspruch sowie zeitgenössischer Komponisten eingespielt hat, wirkt in ihrer temperamentvollen, aber nicht festlegbaren Manier als Interpretin passend. Manchmal langt sie zwar richtig hin, akzentuiert vielleicht ein wenig zu hart, doch generell gelingt es ihr, schön zu artikulieren und feine Schattierungen zu entfalten. So wird man einerseits durch die mangelnde Vertrautheit mit Carl Philipp Emanuel Bachs Werken gar nicht so tief berührt – es sind ja meist die bekannten Melodien, die die inneren Saiten zum Klingen bringen – aber andererseits wird es durch den Abwechslungsreichtum der Kompositionen wie Interpretationen auch nie langweilig oder gar gefällig.

Im zweiten Teil des Abends erklingen bekanntere Stücke – darunter CPE Bachs wunderbare „Variationen über Folie d’Espagne“ – basierend auf einem portugiesischer Tanz aus dem 14. Jahrhundert. Markovina findet auch in seinem Rondo G-Dur eine berührende Mischung aus leidenschaftlichen, lyrischen und ironischen Momenten. Der berühmte Bach-Sohn war indes nicht nur ein begnadeter Komponist, sondern auch ein äußerst virtuoser Pianist, insofern auch ein Vorläufer von Franz Liszt. Markovina spielte gegen Ende des Abends dazu passend Lizts „Aprés une lecture de Dante – Fantasia quasi Sonata“- ein Werk, das dunkel wühlt und gleichsam eine virtuose Melodramatik auf hohem Niveau entbreitet. Markovina jagt hier wild und mitunter recht pedallastig über die Tasten, deutet kurz auch geheimnisvoll funkelnde Andeutungen von Erlösung an, aber wie heißt es in Dantes „Göttlicher Komödie“: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren“. Die „Rigoletto-Paraphrase“ von Franz Liszt kommt anschließend freundlicher daher und zwei großartig vorgetragene Scarlatti-Zugaben lassen den Abend flott ausklingen.

Von Udo Watter, Pullach
Süddeutsche Zeitung

 

Im Zeichen des unterschätzten Bach-Sohnes

Stadt Kempen. Ana-Marija Markovina ist eine bemerkenswerte Künstlerin. 1970 in Osijek (Kroatien) geboren, studierte sie bei so berühmten Lehrern wie Vitaly Margulis, Anatol Ugorski oder Paul Badura-Skoda und bewegte sich schon bald bei ihrer Werkauswahl abseits ausgetretener Pfade. Alleine ihre Diskographie nötigt Achtung ab: Da steht die Weltersteinspielung des Gesamtklavierwerks von Hugo Wolf neben Engelbert Humperdincks vierhändiger Fassung von Wagners „Parsifal“ und – ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik – das gesamte Klavierwerk von Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel (1714-1788) – auf 26 CDs.

Daraus präsentierte die Pianistin im Rahmen von „Klavier extra“ in der gut gefüllten Paterskirche einen kleinen Ausschnitt, der jedoch so ausführlich geriet, dass nicht alle Besucher bis zum Konzertende blieben. Das war zwar verständlich, andererseits aber bedauerlich, denn die interessanten Informationen und das facettenreiche, engagierte Spiel Markovinas lohnten die Geduld. „Ich bin süchtig nach der Musik dieses häufig unterschätzten Bach-Sohnes, der oft fälschlich lediglich als braver Kammercembalist Friedrichs des Großen apostrophiert wird“, so die Pianistin. „Dabei war er ein Revolutionär, der sich über kompositorische Konventionen hinwegsetzte und um der Expressivität willen auch vor skurrilen Harmonieverbindungen, gewagten melodischen Wendungen und Überraschungseffekten nicht zurückschreckte“.

Vieles in Philipp Emanuels Schaffen ist so schwer zu spielen, dass er schon im Vorhinein wusste, es lasse sich nicht verkaufen. Manchmal überwand er sich, weniger Kompliziertes zu schreiben, beispielsweise eine „Damen-Sonate“ oder „Kleine Stücke“.

Beides erklang unter anderem an diesem außergewöhnlichen Abend, und die Pianistin wusste die von ihr so geliebten Werke mit beispielhafter Intensität, makellosem technischem Vermögen und unerschöpflichem Farbenspektrum zu vermitteln. Darauf legt sie besonderen Wert, denn die Klangdifferenzierungen, die der Komponist zu seinen Lebzeiten mittels des Clavichords, eines Vorgängers des Klavieres, erreichte, sind unerlässlich. Das betrifft vornehmlich die langsamen Sätze, für die der Tonsetzer traumschöne Melodien ersann.

Markovina stellte eine Reihe Sonaten, diverse Rondos und mehrere Fantasien vor – namentlich bei Letzteren ließ der Komponist seinen Ideen freien Lauf. Den Abschluss bildete der Finalsatz der „Württembergischen Sonate a-Moll“, ein „Allegro assai“, das einen Wutausbruch darstellt. Doch das Publikum teilte die Wut nicht – es applaudierte ausdauernd und erhielt noch eine Zugabe.

Heide Oehmen, RP, 22.12.2015

 

 

Kraftvolles Klavierkonzert in der Paderhalle

Radikale Klänge: Ana-Marija Markovina beeindruckt mit Werken von Carl-Phillip Emanuel Bach und Modest Mussorgski

Paderborn. Radikale Individualisten, radikale Programmänderung und alles noch besser als gedacht. Im gediegenen Klassikbetrieb fallen Begriffe wie radikal, verstörend oder gar exzentrisch recht selten und sind in der Regel für die Avantgarde reserviert. In der Paderhalle gastierte die 1970 geborene Pianistin Ana-Marija Markowina und stellte im ersten Teil ihres Programms einen Komponisten vor, den alle zu kennen glauben, doch irgendwie dann doch nicht, schon gar nicht wegen seiner Radikalität.

Die Rede ist von Carl-Phillip Emanuel Bach, Johann Sebastians zweitältestem Sohn, zu seiner Zeit ein Superstar unter den Komponisten, später nahezu vergessen. Ana-Marija Markowina behauptet schlicht, dieser Bach habe ihr Klavierspiel verändert, die Musikwelt revolutioniert und kenne keine Regeln, keine Harmoniegesetze und keine Grenzen. Was für den engagierten Durchschnittsklavierspieler schwer zu begreifen ist, wo doch Johann Sebastian über Jahrhunderte die polyphonen Maßstäbe setzte und die Werke des Sohnes mit ihren oft so simplen Dreiklangsbrechungen nicht ganz ernst genommen wurden.

Ana-Marija Markowina sieht das anders und rückte in einem gut 50-minütigen Programm sämtliche Facetten des verkannten Meisters in den Fokus. Dass der Ablauf des ersten Teils von der Pianistin komplett geändert wurde, konnte dem leider recht spärlich erschienen Publikum herzlich egal sein, Carl Philipp Emanuel kennt man kaum, da ist es unerheblich, ob nun die Freie Fantasie fis-Moll oder die Fantasie II erklingt.

Klar wird jedoch, dass die engagierte Pianistin an der klanglichen Befreiung dieser Musik mit jedem Ton kämpft und deutlich macht, dass hier nicht nur die engen Grenzen des Cembalos gesprengt werden, sondern auch die der Rezeption. Akkordspiel in sämtlichen klanglichen Abstufungen, sensibler Pedalgebrauch, gedehnte Pausen, es ist der Geist der Romantik, der sich aus den alten Klängen schält und damit der Geist des pianistischen Virtuosentums, das sich in dieser Form erst viel später entwickeln wird. Ganz besonders deutlich im Schlussstück des ohne Pause und Applaus durchgespielten ersten Teil des Abends, dem Moderato aus der Sonate a-Moll Wq 49 Nr. 1, dessen hintergründige Spritzigkeit das Publikum begeisterte.

Dass Modest Mussorgski als radikaler Individualist gilt, war eigentlich schon bekannt, doch Ana-Marija Markovina setzt auch dem altbekannten „Bilder einer Ausstellung“ noch ein paar Freiheitsgrade zu. In ihrer Anmoderation bekennt sie sich zur konkreten Umsetzung der Bilder, von denen nur sechs erhalten blieben. „Baba Yaga ist wirklich eine böse Hexe!“, was mehr als deutlich wurde in einer Interpretation, die selbst die weiten Grenzen der „Bilder“ sprengte. Eine pianistische Eruption, die die enormen technischen Anforderungen an diese Musik vergessen ließ und scheinbar mühelos noch die letzten Möglichkeiten des Programms auslotete.

Irgendwie schien die Pianistin aus Mussorgskis Zyklus, der andere bis an die Grenze fordert, neue Kraft geschöpft zu haben. Scheinbar mühelos legte sie zwei hochvirtuose Zugaben nach und machte den Eindruck als könne sie noch ewig so weiter spielen.

Ulla Meyer, Neu Westfälische, 10.11.2015

 

Die Kunst der Entschnörkelung „Klavier II“ mit Markovina

ANSBACH – Für die Heutigen steht er im Schatten seines Va-ters, für die Menschen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts war er DER Bach: Carl Philipp Emanuel, zweitältester Sohn des Meisters. Die Pianistin Ana-Marija Markovina zeigte beim Récital in der Orangerie, worauf sich wohl die Popularität dieses Ausnahme-Komponisten gründete.

Carl Philipp Emanuel Bach war ein Mensch des Übergangs, der musikalischen Zeitenwende vom Barock zur Wiener Klassik. Die Zwischenepoche belegt man gerne mit dem wohlfeilen Begriff „Empfindsamkeit“. Allein: „CPE“ Bach ist alles andere als ein typischer Vertreter jenes Stils. Was Markovina deutlich herausarbeitet, zumal sie zu kei- ner Sekunde mit den Chiffren und Konventionen der Histori- schen Aufführungspraxis flirtet, sondern die Möglichkeiten des modernen Steinway-Flügels bis zum Anschlag auslotet.

Und sie beginnt mit dem späten Carl Philipp Emanuel, mit der ein Jahr vor seinem Tod ent- standenen fis-Moll-Fantasie von 1787 (Wq 67). Ein hinterfragtes, nachdenkliches Kaleidoskop der Emotionen, wie es auch Frédéric Chopin in seinen frühen Jahren geschrieben haben könnte. Ana- Marija Markovina, die vor nicht langer Zeit eine Gesamteinspie- lung der Klavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs vorgelegt hat, arbeitet in dieser Fantasie wie auch in den folgenden Stücken ihres Soloprogramms mit starken, manchmal fast zu harten Kontrasten, riesigen Dynamiksprüngen und wie in Stein gemeißelter Artikulation.

Dadurch gewinnt selbst das Unspektakuläre an Dramatik, beispielsweise das im paraphrasierten Volksliedton gehaltene G-Dur-Rondo von 1780 (Wq 57,3). Mit der c-Moll-Sonate aus der „Vollständigen Sammlung aller ungedruckten Clavier-Sonaten“ von 1757 zeigt Ana-Marija Markovina, wie man Musik zwischen den Zeiten effektvoll inszenieren kann: mit hochgetürmten Affekt-Gebirgen, donnernden Ostinati, bei denen der Vergleich mit einer Löwinnenpranke im wahrsten Wortsinn hinken würde. Hier donnert ein Expresszug vorbei – und das ein Dreivierteljahrhundert vor der Fahrt der ersten Eisenbahn.

Diesem fast avantgardistischen Kompositionsansatz stellt Markovina Werke wie die F-Dur- Sonate aus den „Preußischen Sonaten“ (Wq 48,1) von 1740 gegenüber, noch hörbar beeinflusst von Johann Sebastian Bach. Wer die Chronologie wieder in die richtige Reihenfolge bringt, findet jenseits von Markovinas Virtuosengedonner konsequente Entschnörkelung. Eine so span- nende wie logische Entwicklung.

Hans von Dramsinski, Fränkische Landesleitung, 5.8.2015  

 

 

Ruhelose „Ausstellung“

Ganz dem musikalischen Ausdruck verschrieben zeigt sich die Pianistin Ana-Marija Markovina in der Haller Kunsthalle Würth. Sie spielt Werke von Carl Philipp Emanuel Bach und Modest Mussorgski.

Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ passen natürlich hervorragend in die Kunsthalle Würth. Deshalb sind sie am vergangenen Samstag nicht zum ersten Mal in der Klaviersommer-Reihe des Hohenloher Kultursommers zu hören, die regelmäßig in Hall zu Gast ist. Aber erstmals erklingen sie in der Kombination mit Klavierwerken Carl Philipp Emanuel Bachs.

Ana-Marija Markovina hat das komplette Klavierwerk des Sohnes von Johann Sebastian Bach eingespielt. Das genügt der Pianistin aber nicht als Antwort auf die Frage nach der Kombination von Bach und Mussorgsky. Sie stellt ihrem Konzert ein Vorwort voran. So sehe sie die beiden Komponisten als Erneuerer ihrer Zeit, als radikal in der Umsetzung und als Psychologen.

Den Klavierabend beginnt Ana-Marija Markovina mit einer Auswahl aus Bachs umfangreichem Klavieroeuvre, das auch Kompositionen für Cembalo oder Clavichord einschließt. An den Anfang hat sie ihr Lieblingswerk gestellt: die Fantasie in fis-Moll. Dabei gibt sie das durch zahllose Ausdruckswendungen bestimmte Werk sehr beredt wieder, fast als spreche jemand durch Gefühlsstimmungen.

Ist hier ein Zug von Melancholie mit kurzen dramatischen Ausbrüchen vorherrschend, so kann man später eine aufgehellte, mit staccato gespielter Fragemotivik spielende Fassung der C-Dur-Fantasie erleben. Noch drastischer fällt der Kontrast zum Rondo in G-Dur nach der einleitenden Fantasie aus, das durch neckisch gewitzte Heiterkeit besticht. Zwischen den beiden Dur-Stücken bieten die zwölf Variationen über „Les folies d’Espagne“ verzierungsreiche Melodieumspielungen, perlende Läufe, kraftvolle Akkorddramatik, aber auch Momente des gesanglichen Einhaltens.

In der Sonate in a-Moll aus der Sammlung der „Württembergischen Sonaten“ unterstreicht Ana-Marija Markovina im Eingangssatz den barocken Gestus. Und nach sanftem Tastengesang im Mittelsatz folgt ein drängendes Finale mit geschärften Akzenten, aber auch tändelnden Dur-Wendungen.

Die Interpretation von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ wirkt danach ruhelos. Ana-Marija Markovina scheint alles auf das Finale ausrichten zu wollen. Gelegentlich hätte sie sich mehr Zeit nehmen können, um Klangfarben auszukosten – wie bei „Il vecchio castello“.

Der „Bydlo“ erscheint wunderbar ruhelos. Bemerkenswert ist auch der sehr freie Umgang mit dem Tempo, der zu Mussorgskis Zeit üblich war. Das zeigt sich vor allem im schön neckisch gespielten „Tuileries“-Stück des Klavierzyklus‘, aber auch in „La grande porte de Kiev“. Alles ist auf die beschließende Apotheose ausgerichtet, die aber mehr Offenheit als Schlusspunkt offenbart. Von den etwa 150 Zuhörern gibt’s begeisterten Beifall.

Ralf Snurawa, Hohenloher Tagblatt,  28.07.2015 

 

Musikalische Einfälle ohne Ende

Bei einem Klavierabend im Juli warb Ana Marija Markovina in Berlin (dazu auch der Bericht in operalounge.de), anschließend auch in anderen Städten für ihre gerade erschienene Gesamteinspielung der Klavierwerke von Carl Philipp Emanuel Bach für Solo-Klavier. Nun hält man also die gewichtige, 26 CDs enthaltende Box in Händen, und die beim Konzert geweckte Neugier kann befriedigt werden (Hänssler Classic CD 98.003). Die schlichte braune Schachtel erweist sich bei näherer Beschäftigung als wahre Wundertüte. Es ist nicht allein die schiere Überfülle der kaum zu zählenden Einzelwerke, mit wachsendem Respekt erkennt man auch bald die Dimension der editorischen, vor allem aber auch der künstlerischen Leistung Markovinas. Hier hat eine hoch begabte Pianistin „ihren“ Komponisten gefunden, und lässt uns an ihren Entdeckungen und ihrer Spielfreude teilhaben. Man meinte, die Zeit für solch enzyklopädische Veröffentlichungen wäre abgelaufen, unsere event-orientierte Zeit und Musikszene stünden einer derartigen Vertiefung im Wege. Großen Respekt also auch an das Label Hänssler für den Mut, eine solche Edition zu ermöglichen.
Möglich ist diese Großtat aber auch nur mit einer Interpretin, die wohl von Beginn an für dieses Projekt „brannte“, und die fand sich in der kroatischen Pianistin Ana-Marija Markovina. Ihre Liebe zu dieser Musik prädestiniert sie nicht nur für ihre Interpretation, sondern gleichermaßen auch für die editorische Bewältigung dieses Großprojektes. Keineswegs alle der Werke für Klavier solo liegen in gedruckter Form vor, es bedurfte wohl auch noch umfangreicher Recherchen, um schließlich Stück für Stück den Kosmos der Klaviermusik des “jungen Bach“ zu erforschen. Freilich, auch der Hörer muss Zeit und Geduld mitbringen, nicht jedes der Stücke erschließt sich sofort, auch kann eine zu große Dosis C.P.E. vielleicht ermüden

Der Einsatz eines modernen Konzertflügels, in diesem Fall ein Bösendorfer, kommt unseren heutigen Hörgewohnheiten sehr entgegen, der vollere, räumlichere Klang ist in meinen Ohren auf Dauer angenehmer als ein Cembalo der Zeit. Was für eine Menge an musikalischen Einfällen wartet auf den Besitzer der Box: Sonaten, Menuette, Polonaisen, Solfeggios und Fantasien in Hülle und Fülle. Dazu ein erfreulich umfangreiches Booklet, das wichtige zusätzliche Informationen enthält. Sie können kommen, die langen Winterabende!

Peter Sommeregger, operalounge.de 

http://operalounge.de/cd/instrumentales/musikalische-einfaelle-ohne-ende

Carl Philipp Emanuel Bach, The Complete Works for Piano Solo, Ana-Marija Markovina

Anybody who knows something of the history of classical music ancient-to-modern probably is familiar with the fact that composer Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) was in his lifetime considerably more famous than his father Johann Sebastian Bach. Nowadays of course that is the reverse case. But then Johann was considered somewhat „old hat“ while CPE was au courant, a central figure in rococo-to-classical period music, a hero of the modern world of music at that time.If later reception history has not favored CPE as much as Johann, it doesn’t mean that CPE was not highly influential and it does not mean his music can not speak to us today.

If it were not so, why would anyone produce a monumental project that is now complete and ready for our ears? I speak of the 26-CD (!) set of CPE’s Complete Works for Piano Solo(Hanssler Classic) as played by pianist Ana-Marija Markovina. Now mind you, I have not listened to all 26 volumes. But I know already a fair amount of the music and I have listened closely to the sampler. And from that I hear some gloriously expressive piano performances of some wonderful music.

Ms. Markovina gives the music the loving attention it deserves. She brings out the proto-romanticism, the high expressions of CPE, something that both Mozart and Beethoven learned much from. Like Haydn in his „sturm und drang“ and last periods, there is music here that prefigures what is to come, a depth of feeling and a sometimes heroic lyrical strength that was not the norm of the era, certainly. What followed he had something important to do with, as you hear in concentrated form in the piano works. Perhaps most importantly this is wonderful music from a major composer of the era, now finally getting his due.

Based on what I hear in the sampler the full set should be a revelation, a must for all thorough connoisseurs of the era and what followed. We perhaps now have even more evidence why his music was so well-appreciated in his day, though of course nothing will take away the exceptional excellence and our present-day appreciation for his father. The son was glorious in his own way. This set promises to set things straight in terms of his pianistic output.An exceptional project with, I have every reason to believe, an exceptional result!

Grego Applegate Edwards, 02.07.2014, Gapplegate Classical-Modern Music Reviews

URL: http://classicalmodernmusic.blogspot.de/2014/07/carl-philipp-emanuel-bach-complete.html

Pianistin wirbt virtuos für Bach-Sohn

Bad Bederkesa. Leidenschaft ist immer ein guter Antrieb für große Interpretationen. Die Pianistin Ana-Marija Markovina brennt für Carl Phillip Emanuel Bach und hat zu seinem 300. Geburtstag in diesem Jahr auf 26 CDs bei Hänssler sämtliche Klavierwerke eingespielt. Für diese Mammutaufgabe erhielt die gebürtige Kroatin zu Recht den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“. Bei ihrem Konzert in der Burg Bederkesa übertrug sie ihre Begeisterung auf die Hörer.
ER ist heute ein bekannter Unbekannter, der zweite Sohn des Großen Johann Sebastian, dabei überflügelte „C.P.E.“ zu Lebzeiten den Ruhm seines Vaters, bereitete den Klangwelten Beethovens den Weg. ER war selbst ein virtuoser Pianist. Viele seiner Klavierwerke galten zu ihrer Zeit als fast unspielbar.
Markovina tauchte zu Beginn mit der Fantasie fis-moll gleich voll in die Klangwelt Bachs ein: expressionistische Ausbrüche, spannungsreiche harmonische Wendungen und Emotionen, die miteinander zu ringen schienen. Aber Bach war auch Geschäftsmann genug, um die Verbreitung seiner Musik im Auge zu haben. So bildeten das lebenslustige Rondo G-Dur und die „Damensonate“ A-Dur einen guten Spagat zwischen virtuosen und melodiös eingängigen Passagen. Auch in den fulminanten dahin rauschenden Abschnitten spielte Markovina sehr pointiert und artikulierte die rasantesten Linien noch gestochen scharf und dynamisch nuanciert.
In der ersten württembergischen Sonate a-moll zeigte sich Bachs Grundansatz in Perfektion. Der persönlich Ausdruck stand – trotz klarer musikalischer Strukturen- über allem. Die Solistin verlieh der Vielzahl an Ausdrücken- Zorn, Enttäuschung, Freude, Einsamkeit- immer wieder neue Farben. Dies war keine gefällige Musik, aber eine spannende Begegnung.
Die zweite Konzerthälfte schloss Markovina mit zwei Werken von Fredéric Chopin ab. Dessen Klangsprache war eine ganz andere, der Brückenschlag aber gelang. Markovina ließ der Ballade g-moll op.23 ihrem hintergründigen Humor und leuchtete die Klangwelt des „Andante Spianato et Grande Polonaise Brillante“ op.22 bis in kleinste Facetten aus. Eine perlende Scarlatti-Zugabe beglückte das Publikum dann vollends.
Thorsten Meyer, 29.12.2014, Bremerhaven Nordsee-Zeitung

Markovina brilliert am Bösendorfer

Langer Applaus für grandioses und erhellendes Meisterkonzert
Unna. Erst nach zwei Zugaben war Schluss. Schade, man hätte ihr noch gern länger zugehört! Was Ana Marija Markovina am gestrigen Abend im 2. Meisterkonzert auf den Bösendorfer zauberte, war grandios und erhellend zugleich.

„Ich fühle, also bin ich!“ So fasst Markovina Carl Philipp Emmanuel Bachs Selbstverständnis in Abwandlung des berühmten Satzes von Descartes´ zusammen. Was der zweite Bach-Sohn für die späteren Komponisten bedeutete, verdeutlicht Markovina nicht nur in ihrer informativen Einführung, sondern mehr noch in ihrem temperamentvollen, ja leidenschaftlichen Spiel. Fast romantisch muten die ersten zarten Klänge der Fantasie fis-mollWq 67 an, die sich zu einem facettenreichen Spiel entwickelt, in dem Markovina einen Komponisten porträtiert, der 300 Jahre nach seiner Geburt neu entdeckt wird – nicht zuletzt durch die pure Subjektivität dieser Pianistin, deren Gesamteinspielung der Klavierwerke Bachs begeisterte Resonanz hervorgerufen hat. Sie spielt eigenwillig raffiniert mit Rubati; Verzierungen ranken sich wie Arabesken um ein Thema oder rauschen wirbelnd hinab, extrem dynamische Kontraste stehen unvermittelt nebeneinander. Markovina brilliert mit farbenreichen Arpeggi wie mit zartester Lyrik, ob beim Rondo G-Dur, in der Damensonate A-Dur, den Variationen über Folie d´ Espagne oder der Württembergischen Sonate Nr.1, die Bachs kreatives Potenzial in faszinierender Bandbreite offenbaren. Bei aller sprühenden Virtuosität verleiht ihre Empathie der subjektiven Gestaltung höchste Authentizität! Bachs c-moll-Fantasie Wq 63,6 und c-moll-Sonate Wq 65,31 bestätigen das Empfundene nicht nur, sondern sind bewusst gewählte „Vorläufer“ der Ballade g-moll op. 23 wie dem Andante spianato et Grande Polonaise brillante op. 22. von Chopin. Dessen Balladenbeginn und der von Bachs Fantasie sind nahezu identisch, die chromatischen Verzierungen Chopins erhalten plötzlich Wurzeln, die farbenfrohen Arpeggi und vollgriffigen Oktavwirbel vollenden Bachs Eigenwilligkeiten mit höchster Raffinesse und malen in der Polonaise einen rauschenden Ball mit schwingenden Roben und blitzenden Diademen – mit Herz gespielt bis in die atemraubenden Zugaben von Scarlatti und Mozart, die Bachs Einfluss ebenso wenig verleugnen können. Verdienter, anhaltender Applaus für einen erhellenden Abend!
Rainer Ehmanns, Hellweger Anzeiger, 29.11.2014

Musik im subjektivem Aufbruch „Wiener Klassik“ mit Pianistin Ana-Marija Markovina

VON MICHAEL BEUGHOLD Bielefeld. Das Gedenkfeiern seines 300. Geburtstags hat ihn auf besonderen Solistenwunsch in die sonst ganz auf die großen In-aller-Munde-Komponisten abonnierte „Wiener Klassik“-Reihe katapultiert: Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) galt den Zeitgenossen als „Originalgenie“ jener Aufbruchszeit zwischen Barock und Klassik, wo er im Zeichen der Empfindsamkeit und des „Sturm und Drang“ eine ganz eigene, kühn subjektive Musiksprache ent- wickelte.
Auch Pianistin Ana-Marija Markovina (zuletzt mit dem Grieg-Konzert in der beliebten Oetkerhallen-Reihe) schlägt gern unkonventionelle unerschlossene Repertoire-Wege ein. So hat sie im Frühjahr hoch gelobt die erste Gesamteinspielung aller Solo-Klavier- werke des Jubilars, 33 Stunden auf 26 CDs, vorlegt. Unter den gut 50 Beiträgen zur von Papa Johann Sebastian erst erfundenen Gattung Klavierkonzert ist das hier präsentierte d-Moll-Konzert Wq 23 von 1748 ein Paradebeispiel für das Exaltierte, Bizarre seines Stils.
Wo es in den Ecksätzen mit beispiello- sen sprunghaft-kurzgliedrigen Kontrasten und jähen Umschwüngen stürmt und drängt, merkt man dieser „wissenden“ Interpretin eine Lust am Unkalkulierbaren, zuweilen auch etwas Spontan- Unbekümmertes an, während das Orchester (wie gleich im tollkühnen Eingangs-Aufriss) affektblitzend dagegenhält. Der Gesangssatz beeindruckte als intensiv umflorte Klangrede; das abrupt-beiläufige Ende der finalen fast Zufalls-Treffs an Themengestalten entließ verblüffte Hörer aus einer fesselnden Begegnung mit dem Bach- Sohn.
Demgegenüber atmete Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 in A-Dur KV 414, sein erstes als hoffnungsfroher freier Künstler in Wien, vitalen klassischen Musiziergeist, hier getragen von schönster sanglich-klanglicher Harmonie und Ausgewogenheit zwischen Solistin und Orchester. Ana-Marija Markovinas Mozart-Spiel wirkt kongenial selbstbewusst, ist von kraftvoller Schönheit, dennoch höchst flexibel, nuanciert und elegant phrasiert. Die ausladende Kadenz offenbarte Bravour, das herrliche Andante teilte sich tief empfunden mit. Drei nachdrücklich er- und beklatschte Zugaben, Sonaten-Sätze von C.Ph.E.Bach, Scarlatti und Mozart, unterstrichen das Bild einer musikalisch generösen beschlagenen Künstlernatur.
Neue Westfälische, 27.11.2014

Viel Sinn für Details

Pianistin Markovina bei Konzertreihe „Wiener Klassik“

Die langjährige intensive Beschäftigung Ana-Marija Markovinas mit dem Klavierwerk Carl Philipp Emanuel Bachs mündete nicht nur in einer hoch gelobten Gesamteinspielung des Klavierwerks des bedeutenden Sohns von Johann Sebastian Bach, sondern sie trug auch in der gut besuchten Karlsruher Stadthalle Früchte. Hier stellte die Pianistin in der Reihe „Wiener Klassik“ das d-Moll-Konzert Bachs Wq 23, einen seiner insgesamt 53 Beiträge zu der Gattung, dem A-Dur-Konzert KV 414 Wolfgang Amadeus Mozarts gegenüber. Und bei dem mit vielen überraschenden Wendungen aufwartenden d-Moll-Konzert zeigte sie nicht nur ausgefeilte Pianistik, aufmerksam von Heribert Beissel und der Klassische Philharmonie Bonn begleitet, sondern viel Sinn für die Feinheiten der Musik des Bach-Sohns, der vor 300 Jahren geboren wurde. Dem sprunghaft wirkenden Werk, bei dem sich stilistisch Elemente von Barock und beginnender Klassik zu einem ganz eigenen Stil mischen, blieb sie kein fein ausgehörtes Detail schuldig. Ihre Nähe zu dieser oft verkannten Musik unterstrich sie bei einem zugegebenen Rondo Carl Philipp Emanuel Bachs. Farbigkeit des Spiels, überzeugende Phrasierung, ein auch im Piano stets abgerundeter Ton, eine gelungene Balance von Emotionen und Formgefühl prägte ihr Spiel auch bei Mozart. Ohne sentimental zu werden, gelang ihr der Ausgleich zwischen emotionalem Tiefgang und glitzernder Brillanz. Das 1782 entstandene Konzert stellt zudem eine Hommage an einen anderen Bach- Sohn, Johann Christian, dem „englischen“ Bach, dar, der am 1. Januar 1782 gestorben war. Das Hauptthema des langsamen Satzes des A-Dur-Konzertes ist dessen Oper „La calamita die couri“ entlehnt. Zum Auftakt im sehr gut besuchten Brahmssaal hatten die jungen Musiker der Klassischen Philharmonie Bonn Georg Friedrich Händels Concerto grosso G-Dur op. 6,1 in einen dichten, etwas schwerfällig-plüschigen Streichersound getaucht, wie man ihn aus den 1960er Jahren kannte. In der Stadt der Händel-Festspiele wirkte dies doch recht anachronistisch. Mit der abschließenden Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201 Mozarts boten Beissel und sein Orchester einen fulminanten Abschluss. Mit Schwung, ansprechendem Charme und vielen feinen instrumentalen Details musizierte Beissel die in Salzburg entstandene Sinfonie, deren rasant genommenes Finale der Klassischen Philharmonie Bonn Gelegenheit bot, ihre orchestrale Virtuosität zu demonstrieren.
Badische Neueste Nachrichten Ettlingen, 18.11.2014

Beissels Verwöhnprogramm

Zweites Konzert der Wiener-Klassik-Reihe mit brillanter Pianistin

BONN. So sehen Heribert Beissels Verwöhnungen aus. Dann stehen nämlich – wie jetzt im zweiten Konzert seiner Wiener-Klassik-Reihe in der Beethovenhalle – nicht nur gleich zwei Klavierkonzerte im Programm, er bringt auch noch eine offenbar völlig ermüdungsfreie Pianistin mit, die nach jedem auch noch eine üppige Zugabe im Gepäck hat. Was natürlich den Dirigenten Beissel selbst auch dabei ein bisschen verwöhnt – mit zwei Pausen zusätzlich. Aber er hat sie sich auch verdient mit seinem Musikangebot, in welchem er einfallsreich das Schöne mit dem Interessanten und Seltenen verbunden hat. Für das Seltene war dabei vor allem auch seine Pianistin Ana-Marja Markovina zuständig. Sie hat sich mit Carl Philipp Emanuel Bach gerüstet, dem zweiten Bach-Sohn, der am Preußenhof in Berlin und danach in Hamburg den Ruf des fast schon vergessenen Vaters in den Schatten stellte.
300. Geburtsjahr von Carl Philipp Emanuel Bach
Für Ana-Marja Markovina und Beissel war das 300. Geburtsjahr von Carl Philipp Emanuel der Anlass, den dieser eigentlich nicht wirklich bräuchte. Höchstens das Publikum, das wenig Gelegenheit findet, sie kennenzulernen. Seine Sonaten haben den Weg für das Jahrhundert des Klaviers freigeschaufelt, sie sind oft schwierig, greifen weit aus und geben dem Spieler was zu tun, aber begründeten vor allem auch das Format. Die äußerst tüchtige Pianistin – sie hat, russische Schule, auf 26 CDs das gesamte Klavierwerk aufgenommen – spielt das erfolgreich in aller Welt. Und überdies hat sie mit dem d-Moll-Konzert Wq 23 das vielleicht bekannteste Konzert mit Beissels Philharmonikern aufgeführt, aus deren Reihen schon der schöne Anfang kam, Händels Concerto grosso op.6, 1 mit sehr schönen Solostreichern. Beim Bachsohn hat Markovina über die Brillanz noch das Melodische auf den Weg gebracht, das mit ihm Einzug hielt. Mit dem zweiten Klavierkonzert im Programm, Mozarts KV 414 in A-Dur, keins der ganz Großen, hat man es leichter gehabt, auch was die Vertrautheit angeht. Wie viel mehr dann mit der ersten richtig bedeutenden Sinfonie in A-Dur. Beissels Zuhörer zeigten sich in der gut besuchten Beethovenhalle begeistert.
Kölnische Rundschau, 17.11.2014

Musik, die zweifelt

Im Zeichen des Bach-Sohns: Ana-Marija Markovina
Im langsam zu Ende gehenden Jubiläumsjahrvon Carl Philipp Emanuel Bach, der vor 300 Jahren geboren wurde, hat die Gesamteinspielung des Klavierwerks des großen Bach-Sohns (Hänssler Classics 26 CDs 98003) durch Ana-Marija Markovina durchgängig positive Resonanz ausgelöst. Das Unterfangen der kroatischen Pianistin, die über 300 Werke des Komponisten auf einem modernen Bösendorfer einzuspielen, ist indes mehr als nur eine „editorische Großtat“, legt die Pianistin, die in Wanne-Eickel aufwuchs und heute mit ihrer Familie in Köln lebt, doch ein ebenso anregendes wie unterhaltsames Bekenntnis zu Carl Philipp Emanuel Bach ab. Sie zeigt wie fantasievoll, eigenständig und ungewöhnlich die vielfältigen Kompositionen sind. „Dieser Bach ist nicht klassisch, er ist romantisch, auch wenn es klassische Elemente in seiner Musik gibt“, betont die Künstlerin. Dabei hat sie wenig Bekanntes schon immer interessiert, wie ihr Einsatz für die Musik des Liszt-Schülers Anton Urspruch oder der Komponistin Luise Adolpha Le Beau unterstreicht. Ana- Marija Markovina, die nicht aus einer Musikerfamilie stammt, erhielt dennoch schon mit vier Jahren Klavierunterricht, zu ihren Lehrern gehörten Vitaly Margulis, Anatol Ugorski und Paul Badura- Skoda. Die künstlerische Suche, der Blick hinter die Werkoberfläche und die Beschäftigung mit der Psychologie der Musik bestimmt ihr Spiel und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Komponisten. Diese Herangehensweise hat wohl auch ihre Affinität zur Musik Bachs bestärkt, mit der die Pianistin sich seit zehn Jahren befasst, meint sie doch „er komponiert, wie wir als Menschen sind: unvollkommen, zweifelnd, widersprüchlich, komplex – eben menschlich“. In Karlsruhe kann man die interessante Künstlerin am kommenden Sonntag, 16. November, ab 20 Uhr in der Reihe „Wiener Klassik“ in der Stadthalle erleben. Hier stellt sie Carl Philipp Emanuel Bachs d-Moll-Klavierkonzert dem A-Dur-Konzert KV 414 von Mozart gegenüber, der über Bach sagte: „Wer von uns was Rechtes kann, hat von ihmgelernt.“
Badische Neueste Nachrichten Karlsruhe, 12.11.2014

„Verrückte Musik“ des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel im Kurhaus

WIESBADEN – Ob da wohl manche aufgeatmet haben, als Dirigent Heribert Beissel beim zweiten Saisonkonzert der „Wiener Klassik“ die Zugabe des Dänen Carl Nielsen ankündigte? „Er ist schon tot, das ist keine moderne Musik!“, beruhigte Beissel. Und wenn? Wenn alles, was „modern“ ist oder je war, nicht aufgeführt würde? Dann hätte das Publikum im Kurhaus auf das spannende Konzert für Klavier und Streicher Wq 23 von Carl Philipp Emanuel Bach verzichten müssen. Denn das Werk des bekanntesten, 1714 geborenen Sohns von Johann Sebastian Bach hat seinerzeit mit ziemlich allen bis dahin vertrauten Regeln gebrochen. Ana-Marija Markovina war die Pianistin, die nach Carl Philipp Emanuel Bachs Klavierkonzert gleich noch eine seiner Solo-Fantasien zugab, „verrückte“ Musik „ohne Taktstriche“, wie die 41-jährige kroatische Pianistin sagte. Sie, die unlängst ihre Gesamteinspielung aller Klavierwerke des Bach-Sohns abgeschlossen hat, spielte das Klavierkonzert in all seinen Stimmungsbrüchen, rhythmischen Ecken und harmonischen Kanten mit viel Lust am Wagnis. Oberflächlich abgestimmt Schade, dass die Klassische Philharmonie Bonn ihren hier durchaus werkgerechten, immer zügigen, unkonventionellen Ansatz nicht recht teilen mochte: Beissel und sein Orchester folgten akkurat, aber manchmal bremsend und ohne adäquates Stürmen und Drängen. Bereits zuvor, in Händels Concerto grosso G-Dur op. 6/1 hatte Beissel nicht nur auf das unverzichtbare Cembalo verzichtet, sondern auch auf eine Deutung, die mehr als einen Pflicht- oder Einspielcharakter vermittelt hätte. Nur oberflächlich abgestimmt wirkte das Spiel zwischen Solistin und Orchester in Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KV 414. Im dialogischen Detail nämlich gab es immer wieder Ungereimtheiten, etwa wenn Markovina eine Phrase anschwellen ließ, das Orchester sie dagegen bei der Tutti-Antwort gleichförmig wiederholte. Forsch ging es hier am ehesten noch in Markovinas zweiter Zugabe zur Sache, bevor die Klassische Philharmonie Mozarts Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201 ebenmäßig, hell, präzise und endlich auf ihrer gewohnten Höhe aufführte.
Wiesbadener Tagblatt, 08.11.2014

Porträt Ana-Marija Markovina: Wenn das Gestern zum Heute wird

„Mein Leben zog in dieser Zeit an mir vorüber “: Ana-Marija Markovina ist an der Auseinandersetzung mit C.P.E. Bach selbst gewachsen

Überall ist er zu spüren, in dieser Jugendstil-Villa im Kölner Norden: der Atem einer Zeit, die vergangen scheint und hier doch zugleich präsent und lebendig ist – ob nun an der Hausfront, im Foyer oder im Wohnzimmer. Anfang des 20. Jahrhunderts entwarf der Großvater ihres Mannes das Haus, heute lebt Ana-Marija Markovina hier mit ihrer Familie. Und übt: Meist am Steinway vor dem Fenster zum Garten, an dem daneben stehenden Ibach-Klavier trällert gelegentlich ihre kleine Tochter. Dabei sei „Musikmachen eigentlich ein einziger Anachronismus“, behauptet die Pianistin. Ein Satz, der in solch einer Umgebung naturgemäß eine ganz eigene Bedeutung gewinnt, doch Ana-Marija Markovina zielt auf seine generelle Aussage: „Der Kontrollwahn unserer Zeit passt nicht gut zum Musizieren.“ Musik brauche Freiheit, die Lust am Unkalkulierbaren, das Wagnis. Stattdessen würden Karrieren heute minutiös geplant, von Agenten kalkuliert, und technische Vollkommenheit werde zum Ideal erhoben.
Ana-Marija Markovina ist ein hellwacher Geist, rasch in ihren Gedanken, einleuchtend in den Argumenten und erfrischend skeptisch gegenüber allem, was mit Vermarktung und Events zusammenhängt.
Ständiger Blick über den Tellerrand hinaus
„Mit zunehmender Erfahrung habe ich versucht, alles Kontrollierte am Klavier abzubauen: Ich übe mehr, ich übe bewusster, aber im Konzert spiele ich dafür mit vollem Risiko.“ Schon als kleines Kind zog es sie ans Klavier: Der Vater Mathematiker, die Mutter Architektin – da liegt eine Künstlerlaufbahn nicht gerade auf der Hand. „Doch ich wollte bereits früh Klavierunterricht bekommen und mit vier Jahren, so hat man es mir berichtet, Musikerin werden.“
Aufgewachsen in Wanne-Eickel, studierte Markovina später in Detmold, Weimar und Berlin und fraß sich in dieser Zeit nicht zuletzt lesend durch die Welt- und Kulturgeschichte. Daher auch ihre Neigung, Psychologie und Kunst zu verbinden: „Der Mensch hinter der Musik ist für mich immer ein Vorbild. Alle großen Komponisten haben ein hohes Maß an Disziplin aufgebracht und gleichzeitig in ihrer Fantasie alle Genialität ausgelebt.“ Verstand und Gefühl als ein Prozess, die Psychologie als Entlastung der Seele, die Lust am Wissen: Bei der Kroatin hängt das Musiker-Sein unabdingbar zusammen mit dem Blick über den Tellerrand hinaus.
Kein Wunder also, dass schon ihre bisherige Diskographie etliche Überraschungen parat hielt – darunter Klavierwerke von Hugo Wolf und Anton Urspruch oder Humperdincks vierhändige Fassung des Parsifal. Doch mit der Gesamtaufnahme sämtlicher Klavierwerke von Carl Philipp Emanuel Bach hat Markovina nun einen diskographischen Meilenstein gesetzt. Physisch sei diese Zeit eine enorme Belastung gewesen, die prall gefüllten Aufnahmetage hätten sich bis zu elf, zwölf Stunden hingezogen. „Ich musste so spielen, dass möglichst wenige Schnitte nötig sind – die beiden Tonmeister haben mich da durchgetragen, und wir kamen alle an unsere Grenzen.“ Doch bei allen Konzentrationshürden, bei allen Noten, die täglich von ihrem Kopf in die Finger wandern mussten, am Ende blieb vor allem eines: „Ich liebe diese Musik, ich liebe diesen Carl Philipp.“
Eine Herausforderung, an der sie wachsen konnte
Denn jedes Stück habe etwas Besonderes, etwas Rätselvolles. „Jeder Sechzehntellauf ist zugleich eine verborgene Melodie. Wenn man das auch so zu spielen versucht, bekommt die Musik automatisch eine ganz andere Struktur. Dieser Bach ist nicht klassisch, er ist romantisch, auch wenn es klassische Elemente in seiner Musik gibt.“ Man merkt Markovina an, wie sehr sie für „ihren“ C. P. E. Bach brennt und wie dankbar sie ist, dieses Projekt realisiert haben zu können. „Ich bin an dieser Aufgabe enorm gewachsen. Es war wie ein Reset: Ungewollt zog mein ganzes Leben in dieser Zeit an mir vorüber.“ Die Vergangenheit kann eben nicht nur in der Architektur sehr gegenwärtig sein.
Christoph Vratz, Concerti, November 2014

C.P.E. Bach : Intégrale de l’œuvre pour piano seul. Markovina

Un monument ! À la gloire de celui qui consacra une grande partie de son œuvre au clavier : Carl Philipp Emanuel Bach. Hänssler nous gratifie d’un coffret de 26 CD regroupant cette somme inédite. Très jeune, Carl, deuxième fils de Jean Sebastien, fit preuve d’une très grande habileté sur les instruments à clavier. Ses œuvres sont écrites pour le clavecin mais aussi pour les premiers pianoforte. Il fut l’auteur d’un des grands traités sur les méthodes de jeu au clavier, publié en 1753. S’il est le digne successeur de son père dans sa manière instinctive d’aborder le clavier. Carl Philipp fut surtout un grand visionnaire de la forme, justement salué par les critiques : Burney : « c’est le seul des musiciens avec Benda à avoir son syle propre, les autres sont des imitateurs » sans oublier les plus grands compositeurs du classicisme à venir : Haydn « Ceux qui me connaissent bien savent ce que je dois à Emanuel Bach », Mozart : « Il est le père, nous sommes les enfants ». Ils voient en lui un véritable maître dont il se sentent redevables. Carl Philipp Emanuel renouvelle la forme sonate en ajoutant un second thème au premier mouvement, ce qui lui permet de les opposer ou de les combiner, concluant avec une coda récapitulative. On trouve donc dans les quelques recueils de sonates présents dans le coffret une structure inchangée : un premier mouvement allant et rythmique suivi d’un mouvement lent d’allure mélodique et enfin, un final basé sur une danse rapide et qui sera développé plus tard en rondo. Si cette prédilection pour le squelette musical comme disait Antoine Goléa (en réduisant ces œuvres à une armature désincarnée), est patente dans les recueils principaux (Sonates Prussiennes et de Wuttenberg 1742 – 1744), l’imagination musicale de Carl Philipp Emmanuel n’est jamais prise en défaut jusque dans les pièces purement didactiques. Héritée du Stylus Phantasticus, la forme libre est prétexte à fantaisies, variations. Le contrepoint n’est jamais loin mais n’est pas prioritaire comme chez Wilhem Friedemann. Surtout l’improvisation est reine et sans limite. Dans son déploiement, elle se charge d’une tonalité intime. Bach se livre à nu à travers sa musique, son quotidien, ses doutes, ses joies, ses désirs. Une large palette d’émotions traverse ces pages pleines de surprises et de digressions. La musique selon Carl Philipp Emanuel doit toucher le cœur, affecter les sentiments. Marquages dynamiques, harmonie chantournée, mélodies malmenées, rythmes souvent rompus par des silences interloqués. C’est une apothéose sonore dont le flux nous emporte au fil des notes. Dans ce somptueux coffret, Anna Marija Markovina interprète notamment l’intégrale en sept CD du fameux Vollständige sammlung aller ungedrunkten claviersonaten Wq 65. Ainsi que le recueil Wq 62 (en 3 CD) des leçons pour connaisseurs et amateurs encore sous forme de sonates aux mouvements brefs et percutants. Un ensemble de pièces variées : fantaisies, rondos, menuets; suites, sonatines, concertos ou symphonies dans leur version pour clavier seul, complètent ce très riche panorama clavieristique. Après les belles réalisations d’Andreas Staier et de Bob Van Asperen au clavecin, la pianiste croate renouvelle l’interprétation de l’oeuvre de Carl Philipp Emanuel Bach. Par le choix singulier d’un piano Bösenforfer Impérial, justifié par l’interprète, qui apporte à cette musique les lumières de l’Empfinsamkeitstil. Fleurant les fragrances d’un classicisme superbe et hautain ici nullement hors sujet ni dérangeant. Par la finesse du toucher de la pianiste qui exploite toutes les ressources du grand piano, subtilités des timbres combinant basses veloutées et suraigüs exquis. Le registre médium, le plus utilisé, exaltant à la fois la douceur couvrante de la laine mohair et et l’éclat du platine. Markovina est une adepte de la ligne claire, son dessin de la main droite est net, précis, détouré ; de la main gauche elle grise (avec la sourdine) et noircit à l’envie pour marquer les ombres. Ni ornement baroque, ni galanterie. Ni retouches, ni rehauts. Peu de pédale. Elle fait sonner Bach comme du Haydn, laissant transparaitre dans le galbe de son jeu, une tendesse avérée et une joie diffuse. Ecoutez avant tout la fameuse et très mozartienne fantaisie (fort commentée par ses contemporains) qui clôt la sonate en fa mineur Wq 63 : pure rhétorique musicale jouée avec une contention et une profondeur absolues. Chaque disque est une mine de découverte et un vraie jouissance de mélomane. En un mot : Herrlich !
Jérôme Angouillant, Clic Musique, November 2014

C. P. E. Bach: The Complete Works for Piano Solo / Ana-Marija Markovina

C. P. E. Bach turns three hundred this year, and Hänssler Classic’s 26-CD survey devoted to the composer’s complete solo keyboard works stands out on many levels. It is as complete as humanly possible, encompassing published and unpublished works alike. And whereas the BIS and Brilliant Classics C.P.E. Bach keyboard cycles feature a wide array of period instruments, Ana-Marija Markovina plays everything on a concert grand piano. It could be said that the composer’s penchant for ornamentation in the form of embellishments and cadenzas is rooted in the ornate tradition of the clavichord and harpsichord. On the other hand, the piano arguably offers greater ease and immediacy in shaping Bach’s rapid virtuosic passages and pronounced dynamic contrasts. This particularly holds true in Markovina’s interpretations, abetted by the use of a Bösendorfer grand piano whose timbral distinctions in different registers mirror the best preserved fortepianos, not to mention a close-up yet warm and robust recorded ambience that is appropriate to Bach’s intimate, finely honed yet harmonically volatile keyboard writing. Although the first twenty discs are not programmed chronologically, each CD includes a complete group of works (sonatas, short pieces, etc.) or the start of a group that continues in sequence over the next disc or two.
Discs 20-26 contain all of Bach’s unpublished piano sonatas. My only quibble is that Hänssler didn’t provide a cross-indexed table of contents to facilitate locating a specific work. Markovina’s fusion of stylish poise and emotional intensity becomes all the more evident with comparative listening. Take, for example, Danny Driver’s Hyperion recording of the unpublished G minor Sonata Wq 65, 17. He rounds off the Allegro assai’s angular unison melodies gracefully and similarly tapers the cross-rhythmic broken chords. Then there’s Mikhail Pletnev’s clipped articulation and mannered sectionalization of the music’s thematic contrasts. However, Markovina’s phrasing underlines the harmonic tension, while her incisive, seemingly abrupt accents sharpen the music’s inherent dramatic profile and heighten the impact of Bach’s unpredictable silences. In the wonderfully quirky D minor Rondo Wq 61, 4, Pletnev’s meticulously worked-out pianism pays ravishing dividends in and of itself.

If less flashy on the surface, Markovina’s interpretation reveals more carefully differentiated legato and detached articulation and just as much nuance as Pletnev. Compared with Glenn Gould’s lean, motoric reading, Markovina brings comparable drive yet a more fluid and flexible expressive palette to the A minor „Württembergische“ Sonata Wq 49, 1 finale. As a result, you readily hear how the work foreshadows the first movement of Mozart’s K. 310 Sonata first movement in the same key. At places where the composer places pauses to indicate cadenzas, Markovina mostly uses those of composer and scholar Federico Biscione. What is more, the pianist extends equal care and consideration to smaller works such as variation sets and dances; even the slight and easily sight-readable E-flat Polonaise Wq 116, 2 conveys genuine pomp and gravitas.Needless to say, Markovina’s comprehensive and caring advocacy for this capricious, inventive and endlessly fascinating keyboard music adds up to a major catalog contribution and a reference C.P.E. Bach cycle that is not likely to be surpassed for years to come.
Jed Distler, arkivmusic.com, Oktober 2014

„Einfach göttlich“ das Konzert

Auftritt ohne Dirigenten – Pianistin Ana-Marija Markovina und Orchester harmonieren dennoch Gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg konzertierte am vergangenen Sonnabend die Pianistin Ana-Marija Markovina in der Stadt. Zahlreiche Zevener fanden sich ein weiteres Mal im Rathaussaal ein, um hochkarätige Klassik zu genießen. Chicago, Washington, Berlin, Hamburg– in der Welt ist Ana-Marija Markovina zu Hause. Und doch hat sie dank Luise del Testa den Weg in den Zevener Rathaussaal gefunden. „Wir sind befreundet. Es hat immerhin neun Jahre gedauert. Aber heute spielt sie endlich hier“, freut sich del Testa.
Die Solistin am Flügel gilt als besonders authentische und unkonventionelle Künstlerin. Erst in diesem Jahr hat sie die Gesamtaufnahme der Solowerke für Klavier von Carl Philipp Emanuel Bach auf sage und schreibe 26 CDs gebannt. Dafür erhielt Markovina den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Selbstverständlich war neben anderen Tonträgern der Ausnahmepianistin auch das preisgekrönte Werk im Rathausfoyer erhältlich. Die, die nicht da waren, haben den Auftritt einer Ausnahmepianistin verpasst, die durch technische Perfektion und emotionalen Ausdruck zu überzeugen wusste. Umrahmt wurde ihr Auftritt in unvergleichlicher Manier von den jungen Musikern der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg. Diese wurden zum heimlichen Star des Abends, denn sie mussten ohne ihren Dirigenten auskommen. David Alexander Rahbee hätte eigens aus seiner Heimatstadt in den USA anreisen sollen. „Eigentlich sage ich nach dem Konzert nie etwas,“ so Markovina, „aber ich möchte mich an dieser Stelle für die Professionalität und die unglaubliche Musikalität des Orchesters bedanken. Ich bitte um Entschuldigung, dass der Dirigent nicht hier ist. Der Flieger aus Seattle kam ohne ihn an. So hat das Orchester wenige Stunden vor dem Konzert kurzerhand beschlossen, auch ohne ihn zu spielen“. Später zeigte sie sich „fast zu Tränen gerührt“ über diese Leistung. Dass die Musiker perfekt auf einander zu hören vermochten, hatte die erfahrene Konzertpianistin ganz offenbar tief beeindruckt. Beeindruckt hat auch die Zuschauer der musikalische Gesamtvortrag, wenn auch spürbar war, dass dem Publikum Mozart vertrauter ist als Carl Philipp Emanuel Bach, der nicht mit Johann Sebastian Bach zu verwechseln ist. „Einfach göttlich,“ war der Kommentar einer Zuschauerin am Ende. Damit war alles gesagt. „Es hat immerhin neun Jahre gedauert. Aber heute spielt sie endlich hier“, Luise del Testa.
Heike Paukert, Zevener Zeitung, 29.09.2014

Carl Philipp Emanuel Bach und seine Brüder

„Es macht Freude, Markovinas brillantem Spiel, ihrer flirrenden Trillerkunst und den subtilen Anschlagsnuancen zuzuhören. Auch die rhythmische Originalität C. P. E. Bachs weiss sie forsch und keck auszuspielen. Dass sie als die wohl beste Kennerin von C. P. E. Bachs Klaviermusik hier auch dessen unveröffentlichte Clavier-Sonate Wq 65 einspielt, erhöht den dokumentarischen Wert dieser CD-Box. Zudem sind die einfachsten kurzen Menuette erfasst, die sich gut als Anfängerliteratur eignen. Einen besonderen Hinweis verdient das CD-Booklet, das verschiedene Aspekte von C. P. E. Bachs Leben und Klaviermusik erhellt.“
Sibylle Ehrismann, Der Landbote, 24.09.2014

Markovina Aces CPE Bach, Plus 25 Greatest Hits In Score

This 26-CD set containing CPE Bach’s complete solo piano works represents a landmark of the highest importance and, more significantly, listening pleasure. Ana-Marija Markovina has made a specialty of playing these works. She previously recorded the Prussian and Württemburg sonatas (for Genuin), but it is difficult to overstate the richness and variety found on these discs, or Markovina’s consistent success in rendering it all with such freshness, excitement, intensity, and charm.
CPE Bach’s keyboard output consists primarily of sonatas, dozens of them, ranging over the entire course of his career, roughly from the 1740s through the 1780s. Most are three-movement pieces in fast-slow-fast form, but there are also rondos, fantasias, variations, character pieces, teaching pieces, arrangements of concertos and other orchestral works, dances, and everything from the very simple to the exceptionally complex, both technically and expressively—an entire world. More astonishingly, the quality of this music is almost uniformly high. Bach was a true craftsman, and while everyone will have their favorite works–and it’s pointless to say that it’s all equally good–you can sample just about anything on any of these discs and you will find plenty to enjoy and captivate your attention.
Markovina plays this music on the modern piano, the instrument that comes closest to any available in Bach’s day to realizing his clearly notated intentions. For example, he almost always asks for a full range of dynamics, from pp to ff, and his writings make clear that he valued above all a beautifully sustained, singing tone. The clavichord offered him the most possibilities in this regard at the start of his career, while in his last years his clear preference was for the piano (even though he had expressed reservations about early versions of the instrument in his 1750s Essay on the True Art of Playing the Keyboard). Markovina exploits the piano’s full dynamic range, as well as its ability to vary articulation, sustain the melodic line, and add muscle to Bach’s emphatic and often syncopated rhythmic schemes. In this respect she is far bolder than, say, Danny Driver’s genteel, almost effeminate CPE Bach recordings on Hyperion.
However, the most telling comparison has to be made with Miklós Spányi’s ongoing series of the complete keyboard works for BIS. Spányi uses period instruments, which have some advantages (the clavichord’s vibrato, for example), but also all of their inadequacies, including a lack of sustaining power and often a great deal of mechanical noise. On the piano, Bach’s music sounds modern; on early instruments, it sounds old. This contrast is exacerbated by Spányi’s inability to play a true allegro at speed. Consider, for example, the marvelous Sonata in B minor Wq. 65/13, which dates from the 1740s. The finale is marked “Allegro molto”. Spányi takes about six minutes (on the clavichord), Markovina slightly more than three. The difference in both sonority and expressive intensity is shocking, with Markovina infinitely more powerful and exciting.
CPE Bach’s modern reputation rests largely on his music in the “empfindsamer Stil”, with its highly expressive, emotionally eruptive, and constantly surprising writing; but a little-known aspect of this style was also the attempt to imbue music with a genuine sense of humor. Haydn, for example, learned a great deal from Bach’s pregnant use of silence. So rather than offer the usual examples of minor-key pathos, I offer as a listening sample the start of “L’Aly Rupalich”, a character piece also provisionally entitled “La Bach”, and possibly intended as a self-portrait of the composer. CPE Bach scholar Paul Corneilson describes the work as “a disco piece”, and how right he is (sound clip).
Corneilson is also the Managing Editor of the Packard Humanities Institute’s ongoing CPE Bach Complete Edition, and it is largely thanks to that organization that this set of recordings has been made possible. CPE Bach fans, then, should be delighted to know that Corneilson has assembled an absolutely splendid volume of scores under the title The Essential C.P.E. Bach, containing 25 “greatest hits” from the composer’s keyboard, chamber, orchestral, and vocal music. Retailing for only $50, this beautifully printed, 350-page volume also contains excellent introductions to the composer as well as all of the music contained therein, a bibliography, a select discography, and a concordance that helps to locate each work by Wotquenne and Helm numbers.
David Hurwitz, classicstoday.com

Ana-Marija Markovina y la integral para teclado de C.P.E Bach

„Este año habré tenido el privilegio de presentar dos de las más interesantes novedades discográficas publicadas en homenaje a C.P.E. Bach durante el tercer centenario de su nacimiento. Pues bien, si la primera de ellas incluía obras de este reeditadas por el mismísimo Johannes Brahms, la integral de teclado a la que se entregan estas líneas bien pudiere sonar, en esencia, como hubiere sonado en los dedos del romántico más clásico. Lo digo por la interpretación de Ana-Marija Markovina, clásica y romántica; lo digo por la elección del piano de cola.
No seré yo quien justifique el anacronismo apelando a la contemporaneidad del Bach de Hamburgo, que el instrumento mucho ha que dejó de ser moderno; o vendiendo este como un clavicordio mejorado, aun obviando la milénica prepotencia, aun por mucho que recordemos que Carl Philipp lo prefiriera frente al clave, o que saludara de la mejor de las maneras la llegada de los primeros fortepianos.
Resulta que, sencillamente, a quien ame la música per se no le hará falta más autorización para el disfrute, ni tendrá, a propósito, que abandonar a Spanyi y compañía: Markovina toca fantásticamente, eso es un hecho, y la música de Bach luce esplendorosa en sus fraseos, completamente equilibrados, mimados hasta en el último detalle. Cierto es que a veces se echan en falta el staccato de los claves, el bebung de los clavicordios o, en menor medida, la tímbrica del fortepiano. Pero, contenido el legato, la precisión técnica de las articulaciones es incontestable, y la suave pulsación resulta tan fluyente como el agua, de elegancia casi chopiniana. Sin duda, lo que más llama la atención es el domeñado de los adornos, cruciales en Bach, mostrados de forma totalmente interiorizada, humanizados.
Lo que fantaseé en torno a Brahms es incorroborable, pero sí es cierto que, durante todo el siglo XIX, las piezas para teclado de nuestro compositor se mantuvieron bien vivas —si bien en ámbitos académicos— sobre pianos cada vez más modernos. Además, y esto no se puede decir a la ligera, el señor instrumento es nada menos que un Bösendorfer imperial, aka el Rolls Royce de los pianos, por su calidad y por su precio multimillonario.
Hablamos de más de trescientas obras, veintiséis compactos, unas treinta horas largas de grabación durante más de un año de sesiones y tras una década entera de estudio. La pianista, que añade cadencias propias y del compositor Federico Biscione, descuella intimismo en los movimientos lentos, en los pianissimi, en cada sotto voce; también, en las piezas de carácter, en los rondós, caprichos y fantasías, obras todas cuya impresionante concepción expresiva y estructural exige tensión y concentración hasta en el más microscópico detalle. Lo cual deslumbra más aún en las piezas más breves, aquellas que duran solo unos segundos y se antojan esbozos impresionistas, destellos visionarios que no regresarían hasta las miniaturas de Schumann. Por otro lado, sobresalen otras partituras infrecuentes, como los efectistas arreglos que el propio Carl Philipp procuró a partir de sus sinfonías y conciertos; o como los juegos de variaciones, todos poco conocidos salvo, claro, el de la celebérrima folía. Ahora bien, el protagonismo absoluto sigue estando en las numerosísimas sonatas, cuyo corpus inmenso, para el Parnaso, servidor únicamente pondría junto a las de Scarlatti o las de Beethoven.
Pablo del Pozo, elartedelafuga.com, 07.09.14

Intégrale de l’œuvre pour piano seul. Ana-Marija Markovina (piano)

On ne pouvait espérer plus bel hommage pour fêter le tricentenaire de la naissance de Carl Philipp Emmanuel Bach: une vraie intégrale de ses « Sonates pour piano seul » sur un superbe Bösendorfer capté magnifiquement. Chez Carl Philipp Emanuel Bach, le clavier seul occupe une position centrale, malgré l’importance de sa production en d’autres domaines. Pour la première fois, une intégrale nous parvient d’un seul coup : corpus couvrant l’ensemble de sa carrière et comprenant, outre une multitude de pièces diverses, douze sonatines et pas moins de cent quarante sonates.Pour les sonates et sonatines, ce coffret suit la numérotation Wotquenne, de Wq. 48 (les six Sonates prussiennes) à Wq. 65 (la cinquantaine de sonates restées inédites du vivant du compositeur) en passant par Wq. 5052 (les dix-huit sonates avec reprises variées), Wq. 5559 et 61 (les six recueils pour connaisseurs et amateurs), ou encore Wq. 63 (les compléments au théorique Essai). Les pièces diverses se trouvent le plus souvent en fin de CD. L’ordre chronologique (celui du catalogue Helm) n’est donc pas strictement respecté : c’eût été quasiment impossible, et aurait brouillé les pistes. On est frappé par la qualité de cette musique, avec bien sûr de très nombreux ouvrages d’exception. Carl Philipp Emanuel se souvient parfois de son père, il “ annonce “ parfois Haydn, mais l’imprévu, le sens de l’improvisation, sont toujours au rendez-vous, sans oublier la maîtrise de l’instrument. L’artiste croate Ana-Marija Markovina joue au piano moderne. Choix brillamment assumé : on admire sa virtuosité, sa profondeur d’expression, sa finesse surtout, indispensable dans ce répertoire. Elle fait vivre ces sonates, rondos, menuets, polonaises et autres fantaisies, ce qui n’est pas toujours le cas de son unique concurrent, Miklós Spányi, trop timide au clavicorde et au pianoforte (CD parus isolément chez Bis sur une quinzaine d’années).
Marc Vignal, pianiste.fr, 26.08.14

CD-Besprechung: Carl Philipp Emanuel Bach – The Complete Works for Piano Solo

Vor beängstigend umfangreichen Editionen, die nur von einem einzelnen Interpreten gestaltet werden, möchte man gerne die Musikfreunde warnen. Schon so genannte Gesamtaufnahmen mit bekannten, fast schon populären Werken wie die 32 Klaviersonaten Beethovens zeigen, dass sie oft einem publizistischen Ehrgeiz entsprechen – jenem des Interpreten und jenem des Herausgebers. Vor allem solche Editionen, die gleichsam am Stück produziert werden – also nicht das Ergebnis einer jahrelangen Beschäftigung mit sporadischen Veröffentlichungen sind –, diese Einspielungen wirken nicht nur routiniert und oberflächlich, meist sie sind es auch! Ich denke da an Gesamtaufnahmen von Haydns Klaviersonaten und des Beethovenschen Klavierschaffens mit Rudolf Buchbinder (Telefunken, später Teldec), an großangelegte Haydn-Serien mit Walter Olbertz (Eurodisc 300 067-460) und Ekaterina Derzhavina (Hänssler PH 12037). Alfred Brendels Wirken hat gezeigt, dass es sich nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch auszahlt, etwa Beethoven- oder Mozart-Sonaten gleichsam einem imaginären Tournee- und Lebensplan entsprechend in abwechselnder Zusammenstellung nach und nach herauszugeben. So kann man aufschlussreich verfolgen, wie seine frühe Beethoven-Darstellungen für das Label Vox pianistisch zwar tadellos sind, aber den späteren Philips-Produktionen im Bereich von Emotion und pianistisch verfügtem Intellekt unterlegen sind.
Das Thema ist aktuell, denn ein Projekt bietet den Klavierenthusiasten in jeder Hinsicht Anschauungsunterricht zum editorischen Thema im Allgemeinen und zur gestalterischen Ausformung eines Vorhabens im Speziellen. Hier handelt es sich um die erste Gesamtaufnahme der Solo-Klavierwerke von Carl Philipp Emanuel Bach mit der kroatischen Pianistin Ana-Marija Markovina, die vom Label Hänssler herausgegeben wurde.
Vor der immensen Gesamtleistung der u. a. von Vitaly Margulis, Anatol Ugorski und Rolf-Dieter Arens in ihrem künstlerischen Lebensweg geförderten Pianistin ziehe ich alle nur verfügbaren Hüte. Sie kümmert sich auf Grundlage einer nicht nur soliden, sondern auch im satztechnischen Ernstfall belastbaren Technik, die es ihr offensichtlich ermöglicht, auf die unterschiedlichsten Problemstellungen werkstilistischer und werkemotionaler zu reagieren. Anders gesagt und zugleich lobend hervorgehoben: es wird (und wurde mir) in diesen langen Stunden mit der Musik Carl Philipp Emanuels niemals langweilig. Stets versucht Markovina unter dem gewaltigen Materialdruck die gestaltende Oberhand zu behalten. Das heißt; die Sonaten, Fantasien, Rondos, Variationsreihen und als besonderer Repertoirebereicherung auch die Soloarrangements einiger Klavierkonzerte und Sinfonien wirken aufmerksam gelesen. Und dies im Allgemeinen auch dann, wenn ein Stück von „sonderbarer“ Eigenart die Interpretin zu vermehrter Hingabe und heftigerem expressiven Pegelausschlag zwingt.
Dass im Zuge einer solchen Mammutarbeit die eine oder andere Kostbarkeit nicht ganz in ihrem musikalischen Wert erkannt oder ganz einfach übersehen und überhört werden kann, zeigen meiner Ansicht nach zwei Stücke, die neben den sechs Württembergischen Sonaten für die insgesamt wenigen C. P. E. Bach-Bekenner von stärkerem Interesse zu sein scheinen. Im Fall des einen handelt es sich um den dritten Satz aus der Sonate in h-Moll (Wq 55,3) aus dem Jahr 1774. Ein „Cantabile“ von elegischer, nachdenklicher Melodik, fein liniert, einprägsam in der thematischen Erfindung – kurzum: eine kleine Kostbarkeit mit hohem Zugabenpotenzial für Pianisten auf Repertoiresuche. Mir ist dieses Stück zum ersten Mal im Rahmen einer frühern Cziffra-Einspielung mit Werken von Scarlatti, Lully, Couperin, Hummel, Krebs, Mozart (KV 310) und Beethoven (Polonaise op. 89!) begegnet. Ruhig, ohne Aufhebens sinnlich und sinnierend, schickte er die unschuldig wirkende Kleinigkeit auf die kantable Reise. Und auch sein junger Kollege Christopher Hinterhuber, der – wie er mir versicherte – diesen Satz durch die Cziffra-Aufnahme kennenlernte, verfolgt in seiner Naxos-Darbietung eine solche Dramaturgie. Ana-Marija Markovina nun hetzt, hechelt ohne jeden melodischen Schmelz durch dieses ohne Zweifel als Andante geplantes „Cantabile“, dazu noch etwas holprig in der Diktion – ein sonderbarer Fall von Fehleinschätzung einer thematisch und vom Ausdruck her ganz eindeutigen Vorlage.
Im musikalischen Um- und Wendekreis der bedeutenden, geradezu zukunftsweisenden Fantasie in fis-Moll (Wq 67 bzw. H 300) geht es zum Glück nur um Nuancen. Das zerfurchte, unwirtliche musikalische Gelände dieser für die damalige Zeit sicher erschreckend subjektiven „Einzelsitzung“ durchquert und beleuchtet Markovia mit markanten Akzenten und Zäsuren. Sie zeigt aber auch Sinn für die kleinen Ermüdungen und Erholungen auf der womöglich von Bach wie selbstanalytisch entworfenen „Empfindungsreise“. Die immerhin fast 13 Minuten in Anspruch nehmende Fallstudie erhält somit in ihren Umrissen und in ihren psychologischen Bebungen überzeugend Gestalt. Um eine Spur energischer, auch aggressiver in der Werkinszenierung verhalten sich allerdings Interpreten wie Alexei Lubimov oder jüngst auch die deutsche Pianistin Danae Dörken.
Diese Hinweise sollen und können den Wert dieses ungemein sorgfältig edierten und ausführlich kommentierten Hänssler-Schwergewichts nicht schmälern. Allein die Tatsache, dass man sich nun endlich im editorischen Gewirr der Werke zurecht finden und damit auch die bisher meist nachlässig platzierten Stücke einordnen kann, wird jedem Musikfreund, vor allem aber den fachlich mit Musik befassten Hörern willkommen sein.
Peter Crossé, klassik-heute.com, 04.08.2014

„Für die NZZ hört sich Marcus Stäbler durch die Fülle neuer Aufnahmen von Werken Carl Philipp Emanuel Bachs, aus denen insbesondere die 26 CDs umfassende Gesamteinspielung sämtlicher Soloklavierwerke durch die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina herausragt: „Auch dreihundert Jahre nach seiner Geburt überrascht der Komponist immer wieder mit seinem mitunter radikalen Eigenwillen – etwa in einer späten fis-Moll-Fantasie für Klavier aus dem Jahr 1787, in welcher der damals 73-jährige Bach seine Gedanken verträumt von einem Thema zum nächsten schweifen lässt und dabei immer wieder romantische Regionen streift. Zu einer Zeit, wohlgemerkt, als etwa ein Franz Schubert noch nicht einmal geboren ist.“
spiegelonline.de, 06.06.14

Ana-Marija Markovina records the complete piano works of ‘Bach the son’

This past March, shortly after the 300th birthday of Carl Philipp Emanuel Bach http://www.examiner.com/article/a-recording-project-for-the-keyboard-concertos-of-carl-philipp-emanuel-bach, Johann Sebastian Bach’s second surviving son, I took stock of the ambitious efforts of the hänssler CLASSIC label to celebrate this anniversary year. However, I did not fully appreciate the extent of the label’s ambitions until I encountered the box set <http://www.amazon.com/C-P-E-Bach-Complete-Works-Piano/dp/B00IGJP0Q6/ref=sr_1_1> of pianist Ana-Marija Markovina recording the complete keyboard works of “Bach the son.” Consisting of 26 CDs, this is an impressively thorough effort to cover the entire keyboard canon, including the unpublished works, as well as the published ones, and the entries in Eugene Helm’s 1989 catalog that had not been included in the 1906 catalog compiled by Alfred Wotquenne.
As important as thoroughness, however, is Markovina’s decision to play all of this music on a modern piano. Bach lived a full life, born on March 8, 1714 and living until December 14, 1788, meaning that he most likely was born after Bartolomeo Cristofori built his first piano (which was probably before 1700). By the time he died, we have every reason to believe that Wolfgang Amadeus Mozart was already composing with this “modern” instrument in mind; and the same can be said of Joseph Haydn with about the same level of confidence.
Purists may still prefer to insist that Bach’s music would have been better served by a “period” instrument. However, Bach was a very demanding virtuoso. Between his source material and the scrupulous efforts of subsequent scholarly editors, we have grounds to assume that Bach appreciated the rhetorical impact of not only the clear distinctions between piano and forte but also the gradual transitions between them achieved through decrescendo and crescendo, that latter having become firmly established through the instrumental practices of the Mannheim court orchestra.
One may even go so far as to entertain the hypothesis that Bach’s virtuosity was a major influence on both Mozart and Haydn. The essay by Christoph Schlüren for the booklet included in this box set offers “testimonials” from both of these composers. Mozart’s is the more extensive:
He is the father; we are the boys. Those of us who have really learnt anything have learnt from him.
This is the sort of thing we might have expected Bach to say about his own father. The Haydn citation is a bit more modest but has him saying “those who know me well must also know that I owe a great deal to Emanuel Bach.” Then, for good measure, Schlüren includes a quotation from Ludwig van Beethoven, suggesting that his opinion of Bach may have been one of his few points of agreement with Haydn:
I have only a few of Emanuel Bach’s piano works, and yet even a few must not only bring every true artist great enjoyment but also serve him as study material.
Future generations (going all the way to Arnold Schoenberg) would be saying the same of Beethoven’s own piano works.
In such an auspicious context, I have spent the better part of this month listening to Markovina’s recordings. Since the collection has not been arranged in chronological order, one cannot talk about the box set, taken as a whole, defining any sort of “journey.” Nevertheless, there is something to be said for giving these recordings some “deep-end” listening, even if that does not necessarily entail traversing the entire collection without letting any other music “distract.” (No, my own listening was definitely not that intense.)
When confronted with a generous sample, one begins to appreciate that Bach was as much a virtuoso at the keyboard as his father was. Just as importantly, however, by surveying a broad collection of his music, the mind begins to discern a set of tropes in his rhetoric that differ significantly from those of his father. Indeed, to the contrary, those tropes are familiar to us because we have been exposed to them through our familiarity with Mozart and Haydn. In other words as we get to know those tropes, we can appreciate that those “testimonials” provided by Schlüren are far more than gratuitous lip service.
Why, then, did “Bach the son” fade into insignificance so soon after his death? One reason may be that he was never part of musical life in Vienna. While Imperial Hapsburg Vienna was very much a “magnet” for the likes of Haydn, Mozart, and Beethoven (the “Holy Trinity” of Charles Rosen’s book The Classical Style), Bach never seemed particularly discontented with either his service to Frederick the Great in Prussia or his more “professional” life in the Free and Hanseatic City of Hamburg, both of which were probably regarded an uncultured backwaters by the Viennese, rather the same way that New Yorkers tend to think about Los Angeles. Without trying either to trivialize or to disparage his situation, Bach was probably satisfied with living where he could take pleasure in making music the way he wanted to make it, rather than “making it” in the more general sense of Fred Ebb’s lyrics for John Kander’s “New York, New York” song.
One might say that Bach was content with simpler pleasures. However, his music was anything but simple. Like his father, he appreciated the value of virtuosity; but he also accepted the responsibility of pedagogy. I would therefore suggest that the unifying theme behind those “testimonials” from Mozart, Haydn, and Beethoven had to do with how “Bach the son,” like “Bach the father,” could produce music of such significant pedagogical value that, at the same time, appealed to those wishing to listen to music for the sheer pleasure of listening to it.
Every one of the 26 CDs in this collection can be appreciated for this “double-edged value;” but there is the additional joy of recognizing just how prodigious Bach could be over the course of a long and happy professional life.
Stephen Smoliar, examiner.com, 29.05.14

Nachhaltigkeit. Noch eine CD zum 300. Geburtstag

„Hier ist sie, die erste Gesamteinspielung der Werke Carl Philipp Emanuel Bachs für Klavier solo: 26 CDs; jede über 70 Minuten lang.
Einen dienstbaren Geist, der die CDs wechselt, vorausgesetzt, könnte man sich also hinsetzen, die Augen schließen und nach 30 Stunden wieder öffnen. Einschlafen wäre allerdings schwierig, denn die Musik des zweitältesten Bach-Sohnes ist alles, nur nicht gleichförmig. Er war – zumindest was seine Musik betrifft – ein echter Freigeist. Von schlichten, formvollendeten Menuetten (die allerdings kaum länger als zwei Minuten sind) über Variationswerke, die ein Thema wirklich nach allen Regeln der Kunst „verändern“, bis zu freien Fantasien, die jeglichen Regeln spotten, hat Carl Philipp Emanuel Bach nichts ausgelassen. Er konnte eine geradezu lustvolle Zerrissenheit zelebrieren. Er konnte aber auch den ganz ganz Braven spielen. Freilich, knapp bevor wir es satt sind, zerstört er das Idyll des Musterknaben. (…)“
von Albert Hosp, oe1.orf.at, 29.05.2014

Preis der Deutschen Schallplattenkritik für Ana-Marija Markovina

Aus der Begründung der Jury Deutsche Schallplattenkritik:
„Eines der schönsten Geschenke, die Carl Philipp Emanuel Bach in diesem Jahr zum dreihundertsten Geburtstag gemacht werden konnten, ist diese Gesamtaufnahme seiner Werke für Solo-Klavier. Dem Wesen des Komponisten und seiner Musik entsprechend, also temperamentvoll, im besten Sinne launisch und immer für Überraschungen gut, präsentiert die Kölner Pianistin Ana-Marija Markovina einen breit gefächerten Kosmos von Stimmungen und Empfindungen. Sie setzt dabei auf einen sehr eigenen, betont persönlichen Zugriff, der bestens passt zu der radikal subjektiven Ausdruckswelt des zweitältesten Bach-Sohnes, den dessen jüngere Kollegen zwar hoch verehrt haben, den die Musikwelt heute aber erst für sich wieder entdecken muss. Diese Edition ist da eine echte Steilvorlage.“
von Kalle Burmester, haenssler classic, 15.05.14

Lückenlos

„Die aus Kroatien stammende und jetzt in Köln lebende Pianistin bewältigte das Riesenpensum, das sie im Frühjahr 2012 mit den „Kenner und Liebhaber“-Stücken begann, in rund anderthalb Jahren: Für fast 34 Stunden Musik ein rekordverdächtig kurzer Zeitraum, der zumindest ihren „notenfresserischen“ Qualitäten ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Aber auch interpretatorisch fällt die Bilanz positiv aus. […] Markovina ist an ihrer Aufgabe erkennbar gewachsen: Insgesamt überzeugen ihre Darstellungen durch energischen Zugriff, runden Ton, viel Sinn für die Lyrik, aber auch den geistreichen Witz der Musik Bachs. […] Dies ist ab sofort die erste Anlaufstelle, wenn es um die Klaviermusik des „für eine Legion geltenden“ Bach geht.“
Von Ingo Harden, Fono Forum, April 2014

„Es ist sogar so, dass Markovina darauf im besonderen Maße herausarbeiten kann, was heute an Carl Philipp Emanuel wieder fasziniert – gerade das Experimentelle und Unausgeglichene nämlich, das Antiklassische.“
Jens Jessen, Die Zeit, 06.03.14

„Auf 26 CDs hat Ana-Marija Markovina CPE Bachs geistvolle, witzige und so unterhaltsame Klaviermusik versammelt.“
WELT online, März 2014

„Ein riesenhaftes OEuvre, Vokales und Instrumentales, voller Brüche, voller Widersprüche, hat Carl Philipp Emanuel Bach hinterlassen. Es ist der Stilwandel seiner Zeit, der sich darin spie-gelt. Nicht jede seiner Kompositionen erscheint uns heute, rückblickend, gleichermaßen stark, kühne, originelle Entwürfe stehen neben Konvention.
Dies gilt vor allem für die unzähligen So-naten und Übungsstücke, die er seinem Lieblingsinstrument, dem Klavier, gewidmet hat – einem Instrument, das seinerseits damals große Sprünge tat, sich entwickelnd vom Cembalo zum Hammerflügel. Ana-Marija Markovina hat für ihre mutige und fleißige Gesamteinspielung sämtli-cher Klavierwerke CPE Bachs einen Bösendorfer Imperial gewählt. Der hilft, rund und schön tö-nend, auch über die flachen Stellen hinweg.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014

„Das zum Jubiläumsjahr von der Kölner Pianistin Ana-Marija Markovina erstmals eingespielte klavieristische Gesamtwerk z.B. verkündet nachdrücklich, was für ein innovativer, experimenteller, ausgefallen-fantastischer, skurriler und in jeder Hinsicht zukunftsträchtiger Geist dieser „Bach 2″ war.“
Kölner Stadt-Anzeiger

„Ein Kraftakt und eine Punktlandung: Zum 300. Geburtstag Carl Philipp Emanuel Bachs hat Hänssler Classics jetzt die Gesamtaufnahme seiner Klavier-Solowerke auf den Markt gebracht.“
von Ulrike Gruner, WDR 3, 06.03.14

Perlen im Kosmos

26 CDs, knapp 36 Stunden, etwa 300 Werke von der großen Sonate bis zum 28-Sekunden-Allegro – es gehören Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit dazu, um sämtliche Klavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs einzuspielen. Die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina hat es gewagt, nicht auf einem historischen Instrument, sondern an einem modernen Bösendorfer. Wo man in diese Box hineinhört: das singt und perlt, rauscht und flüstert. Klar, bei einem solch umfangreichen Projekt ließe sich immer irgendwo beckmesserisch der Finger heben, doch lieber sollte man die editorische Großtat würdigen: das klingt insgesamt luzide und transparent, subtil im Pedal, meist scharf in den Läufen, stets hell im Diskant. Vieles ist da: Geist und Witz, Spontaneität und Raffinement, Melancholie und Spritzigkeit. Ob in den formal strengeren Sonaten oder in den Fantasien, Markovina vermittelt glaubhaft ihre Verbundenheit für diese Musik, die Triller sind Ornat, haben aber auch eine dramaturgische Funktion. Einige Kadenzen stammen von Markovina, die meisten hat der Komponist Federico Biscione beigesteuert. Dass der Bach-Sohn gern die rechte Hand mit anspruchsvolleren Aufgaben betraut hat als die oft zur Begleitstimme degradierte Linke, kann die Pianistin elegant kaschieren. Ihr Ansatz ist ohnehin nicht, diese Musik als rigorose, flammende oder gemeißelte Bekenntnisse zu vermitteln, sie nimmt vielmehr den Spagat aus Kunst- und Unterhaltungsanspruch sehr ernst. Größtes Plus: Ihr Spiel hat nichts Seidiges, nichts Sentimentales. Daher wirkt es angenehm ehrlich.
von Christoph Vratz, Concerti, März 2014

Eine editorische Meisterleistung

Gerade die Errungenschaften der neuen Klaviere, die zu Carl Philipp Emanuel Bachs Zeit aufkamen, Klaviere, die Feinheiten und Schattierungen in Artikulation und Dynamik viel besser ermöglichten, ließen eine ganz andere Schreibweise zu. Man erkennt in CPE Bachs Kompositionen einen abenteuerfreudigen und eigenwilligen Kopf, der Konventionen abschüttelte und barocke Elemente kühn mit neuen Klängen kombinierte. „Wer von uns was Rechts kann, hat von ihm gelernt“ hat Mozart über CPE gesagt.

Besonders ideenreich und zukunftsweisend sind die langsamen Sätze in CPE Bachs Sonaten und seine freien Phantasien. Bei einigen hat er die Melodie reich verziert, andere wiederum verlangen vom Interpreten wahres improvisatorisches Geschick. Dass sich Ana-Marija Markovina seit langem mit den Klavierwerken des Bach-Sohns beschäftigt, merkt man gerade hieran. Ihr Spiel ist stilsicher und ausgewogen, immer sanglich und ganz so, wie CPE Bach sich den guten Vortrag von den Manieren, also den Verzierungen, gewünscht hätte. Nur manchmal gerät ihr bei aller Empfindsamkeit, für die CPE Bach steht, der Ausdruck etwas wuchtig, geht der Bösendorfer-Flügel mit ihr durch, als habe der Komponist Feruccio Busoni wie so vieles andere auch diese Musik für den modernen Flügel aufgedonnert.

Ana-Marija Markovinas Gesamtausgabe der Klavierwerke CPE Bachs ist eine editorische Meisterleistung, eine Gelegenheit, das so vielgestaltige Werk eines eigensinnigen Komponisten kennenzulernen.
Von Adelheid Kleine, hr-online.de, 04.03.2014

Carl Philipp Emanuel: Der schwarze Bach

Kein Mann des Übergangs, sondern ein „Popstar“ und Klassiker eigenen Rechts: Wir geben eine kleine Höranleitung zur Musik eines Genies.

(…)Die wichtigste Veröffentlichung ist aber die – in der unglaublichen Zeit von 13 Monaten abgeschlossene – Aufnahme des Gesamtwerks für Klavier solo von Carl Philipp Emanuel Bach (26 CDs) durch Ana-Marija Markovina auf modernem Instrument. Das hat insofern seine Berechtigung, als Bach die Tasteninstrumente nicht nur als sein bevorzugtes Medium empfand, sondern seine neuartige, subjektiv empfindende Stilistik auf dem Klavier entwickelte, bevor er sie auf das Orchester übertrug. So kann man nur staunen über den Kosmos an Formen und musikalischen Farben, den Markovina vor dem Hörer auszubreiten imstande ist.
Wer nun am liebsten erst einmal in all diese Produktionen hineinschnuppern möchte, hat dazu Gelegenheit auf einem Sampler, der Carl Philipp Emanuel Bach und sein Oeuvre anhand einer Einführung und der hänssler CLASSIC-CDs näher bringt (C. P. E. Bach – Einführung in Werk und Leben).
Carsten Niemann, Rondo Magazin, März 2014

Stupende Technik mit glasklarem Anklang

Ana-Marija Markovina interpretierte C.P.E. Bachs ganz im Sinne des „galanten Stils“ und verdeutlichte die Abkehr von der barocken Terrassendynamik hin zu dynamischen Sforzati, zu spannungsreichen Arpeggien mit Crescendi und Decrescendi, wobei ihr durch stupende Technik mit glasklarem Anschlag Prestoläufe und Akkordkaskaden eindrucksvoll gelangen.
Zu ganz großer Klasse steigerte sich die Künstlerin in den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest
Mussorgski. Wenn es etwas wie die „russische Seele“ überhaupt gibt, dann wurde dies in der kongenialen Darstellung von Ana-Marija Markovina überzeugend deutlich. Mussorgski setzt
die Thematik dieser zehn „Bilder einer Ausstellung“ in großartiger Weise in Musik um, schreibt also reine Programm-Musik. Die Pianistin konnte hier die gesamte Bandbreite ihres Könnens einsetzen: sehr kräftiger, zupackender, ebenso aber auch weicher und zarter Anschlag, der manche Melodielinien fast unhörbar verklingen ließ. Dazu eine Technik, die nie zum Selbstzweck geriet, sondern immer den Intentionen des Komponisten verpflichtet war. Die dynamischen Gegensätze, von denen das gesamte Werk „lebt“, wurden perfekt dargestellt: tiefe Melancholie, aber auch Trotz im „Gnom“, Selbstbewusstsein, aber auch Angst in „Samuel Goldenberg“ und „Schmuyle“, Wildheit, aber auch Bedrücktsein in der „Baba- Jaga“, überraschende, fahle Klangfarben in den „Katakomben“, einerseits dahineilende Staccatotöne, zum anderen kraftvoll-feierliche Akkordflächen; schließlich triumphale Klanggestaltung und nachgeahmte Glockentöne im „Großen Tor von Kiew“.
Von Ulrich Hühnefeld, Fränkische Landeszeitung, 31.12.2013

Temperamentvoll und Bewegend

Am 08. September konzertierte die Pianistin Ana Marija Markovina im Vereinshaus in Kreischa. Ein hoch emotionaler Abend, wie man ihn selten erlebt. Am Anfang stand eine kurze Einweisung. Die Pianistin teilte mit, dass sie den ersten Teil des Konzertes nicht, wie gewohnt, auswendig spielen würde. Sie erklärte den Zuhörern, dass das unmittelbare Lesen des Notentextes für sie eine große Inspiration bedeutet und sie sich so während des Vortrages direkt in die Gedankenwelt des Komponisten einfühlen kann. Daraus ergeben sich für sie neue Möglichkeiten der Interpretation.
…Und wirklich, man hörte zwei bekannte Stücke – die Sonate F-Dur Kv332 von Mozart und die „Waldstein“ Sonate von Beethoven – auf neue, aufregende Weise. Da war nichts mit Abschalten oder sonntagabendlichem Dösen während des Konzertes, die volle Aufmerksamkeit war gefordert.
Die Pause war dringend nötig, um den Kopf wieder klar zu bekommen für den zweiten Teil: Mussorgski, Bilder einer Ausstellung. Auch ein Konzert, das bekannt ist.
Diesmal spielte Ana Marija Markovina ohne Noten und gab noch einmal alles. Es war wie Filmmusik, nur ohne Kino. Atemberaubend und intensiv. Man sah vor dem inneren Auge die Bilder und Geschichten die dieses Stück erzählt, vorbeiziehen und das „Große Tor von Kiew“ am Schluss war so groß, dass man sich seiner Pracht nicht entziehen konnte.
Ein so temperamentvolles und bewegendes Konzert haben wir lange nicht mehr erlebt und unser Flügel auch nicht. Ich wusste bisher nicht, wie laut er zu spielen geht. An diesen Abend werden sich bestimmt viele Zuhörer noch lange erinnern.
Man kann gespannt sein, womit uns Ana Marija Markovina bei ihrem nächsten Besuch überrascht.
Von Freya Kazzer, Kreischaer Bote, 04. Oktober 2013

Richard Wagner und das Gehirn

In dem Haus, dessen Fabrikationen schon Liszt und Wagner zu schätzen wussten, näherten sich Professor Dr. Helmut Reuter, im letzten Sommer Gastprofessor in Aachen, und seine Frau Ana-Marija Markovina aus Köln am Flügel dem Thema „Richard Wagner und das Gehirn“. Des Psychologen Reuters These, dass Musik emotionale und denkerische Intelligenz beflügelt, ließ Ana-Marija Markovina wunderschöne Wagner-Musik folgen: Paraphrasen der Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Die Walküre“ aus der Feder von Hugo Wolf. Mag Wagners Fähigkeit, sensible Stimmungen, leise Töne und betörende harmonische Übergänge, manchmal im Klangrausch seiner Opern etwas überhört werden: Hier konnte man dem allen nachspüren! Dazu gab es als Zugabe die CD-Vorstellung „Wagners Parsifal, gesetzt zu vier Händen“. Ana-Marija Markovina hat diese Bearbeitung des Wagner-Schülers Engelbert Humperdinck mit Cord Garben im Steingraeber-Haus aufgenommen. Dieses schöne kleine Werk zählt zu den großen Würfen anlässlich des „Wagner-Jahres“.
Von Joachim Peters, Grenzecho.net, 31.08.2013

Emotionale Momente inbegriffen

Carl Phillip Emanuel Bach, Ludwig van Beethoven, Hugo Wolf, Richard Wagner, Franz Liszt – eine höchst spannende Programmfolge, die Ana-Marija Markovina da zusammengespannt hatte. Durch das vorletzte Konzert der Abonnementreihe des Kulturringes der Stadt Ochtrup zog sich beim Zuhören wie ein roter Faden das Ansprechen der emotionalen Ebene. So wurde die pianistische Darbietung im „Salon“ auf Haus Welbergen zu einem beeindruckenden Hörerlebnis. […] Höhepunkt war die sogenannte Dante-Sonate von Franz Liszt, die mit allen technischen Raffinessen gespickt ist. Dieses „Inferno“ meisterte die Pianistin kraftvoll und überlegen, mit brillanter Technik gestaltete sie die Gefühlswechselbäder zwischen exzessivem Höllenlärm und sensiblen Liebesepisoden, ohne in hohle Theatralik und aufgesetzten Tastendonner zu verfallen. Hier spürte man das wahre Virtuosentum, das seine phänomenale Technik zum Aufbau einer fantastischen Welt, zum Spiel mit dem Schein und Sein nutzt. Dadurch wird der Hörer in den Bann gezogen, und nicht dadurch, dass man viele Noten in kurzer Zeit brillant spielen kann.
Westfälische Nachrichten, 18.02.2013

Ausnahme-Interpretin begeisterte im Kassiopeia-Saal

Interpretinnen wie der Pianistin Ana-Marija Markovina verdankt man die stetige Erneuerung von Musik, auch wenn die Kompositionen schon Jahrhunderte alt und scheinbar bis auf den letzten Ton bekannt sind. Hinreichend ausgeforscht werden Werke wie Beethovens Klaviersonaten wohl nie sein – das bewies ihre eigenwillige und zugleich frappierend plausible Sichtweise auf die Musik. Dabei agierte diese, 1970 in Kroatien geborene und heute in Köln lebende Ausnahme-Interpretin im Kassiopeia-Saal höchst intuitiv.
Von Stefan Pieper, Recklinghäuser Zeitung, 2013

Pianistische Perfektion in Kevelaer

Mit einer Handvoll Sonaten von Domenico Scarlatti, denen man sonst bevorzugt als Zugabe begegnet, eröffnete die in Kroatien geborene Pianistin Ana-Marika Markovina ihr Konzert in Kevelaer. [..] Sie zeigte, dass diese Werke nicht nur als beiläufige Draufgabe taugen, sondern dass sich der musikalische Blick aus sie sehr wohl lohnt. […] Ana Marija Markovina gehört zu den seltenen Pianisten, die ihr Publikum packen, mitreißen und ergreifen. Mit ausdrucksstarker Mimik und offensichtlicher Spielfreude präsentiert sie auf atemberaubende Art und Weise kraftvoll sowie technisch perfekt diese filigranen Klanggewebe.
Von Udo Spelleken, Rheinische Post, 05.12.2012

Sturm auf dem Klavier

Zum letzten Konzert der Saison 2012 im Rahmen der von der Rheinischen Post unterstützten Reihe „pianoforte“ […]. Sie erlebten einen im wahrsten Sinne des Wortes „bombigen“ Abend mit der zum vierten Mal in die Domstadt eingeladenen Pianistin Ana-Marija Markovina. Die aus Kroatien stammende, weltweit gefeierte Künstlerin hatte für ihren Auftritt in Xanten klanggewaltige Stücke von Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Modest Mussorgsky gewählt, dabei zeigte sich, dass der Yamaha-Flügel dem „Sturm“, so der Beiname der Beethoven-Sonate, sowie auch der wuchtigen Dante-Fantasie von Liszt nur bedingt gewachsen war.
Von Wolfgang Hoppe, Rheinische Post, 23.10.2012

Musikalische Kunst der rückhaltlosen Individualität

Diesem Komponisten [Carl Philipp Emanuel Bach] widmete Markovina den ersten Teil des Konzerts mit einer Fantasie und drei von den „Württembergischen“ beziehungsweise „Preußischen“ Sonaten aus den Jahren nach 1742, als Bach als Cembalospieler in den Diensten des flötenspielenden Preußenkönigs stand. Der Pianistin gelang es, die Neuerungen plastisch darzustellen: unregelmäßig geformte Themen, rhythmisch durchaus vielgestaltig; dynamische Kontraste; überraschende Modulationen und – vor allem in den langsamen Sätzen – eine Dominanz des Ausdrucks vor der Form.
Von Knut Lohmann, Westfälische Rundschau, 02.10.2012

Atmende Stille und farbige Klangflächen

Kammerochester Balingen spielt mit Pianistin Ana-Marija Markovina in der Stadthalle
Das Klavierkonzert von Edvard Grieg hielt, ja steigerte die Spannung, wenn auch auf ganz andere Art. Ana-Marija Markovina hat eine klare, eigenständige Sicht auf dieses viel gespielte Werk, gleich weit entfernt von bloß virtuosem Auftrumpfen wie von romantischer Gefühligkeit. Im kraftvoll angelegten Kopfsatz gingen die seltenen ausgesungenen Partien besonders ans Herz, und die energisch angepackte Kadenz mündete in einen so fabelhaft beherrschten Thriller, dass er einen fast magischen Orchestereinsatz nach sich zog. Erfrischend zügig und lebendig war das Adagio angelegt, rhythmisch zupackend das Finale, triumphierend die Coda. Dirigent und Orchester blieben der Pianistin dicht auf den Fersen, und der Schlussjubel war verdient.
Von Friedrich Dold, Schwarzwälder-Bote, 20.03.2012

Nabel der Musikwelt

Die deutsch-kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina und Ervis Gega (Violine) begeisterten am Montag Abend durch ihr besseltes Spiel. Neben Mozart und Beethoven spielten sie auch die Sonate „Tyrolienne“ von Ignaz Anton Ladurner. Den beiden exzellenten Musikerinnen hat das Konzert sichtlich Spaß gemacht. Und dem Publikum erst! In der kleinen Kirche ließen die Künstlerinnen etwas vom Göttlichen spüren. Sie ließen spüren, dass es etwas gibt, für das es keine Worte gibt. Etwas, das nur die Musik erahnen lässt. Es sind Momente höchsten Glücks. Momente, die man nie vergisst. Sie flammten auf. Kurz und intensiv. Montag Abend in Erl.
Kronen Zeitung, 20.6.2011

Hände in rasendem Tempo und großer Präzision

Mit Standing Ovations belohnte ein restlos begeistertes Publikum am Sonntagabend im Reha-Zentrum Todtmoos Klinik Wehrawald die Leistung der Pianistin Ana-Marija Markovina zum Ende ihres Klavierkonzertes. Gut neunzig Zuhörer waren gekommen, um die Ausnahmepianistin live zu erleben und waren gespannt auf das neue Konzertprogramm.
… Schon der Konzertbeginn mit der Sonate F-Dur KV 332 von Wolfgang Amadeus Mozart offenbarte die Genialität dieser Pianistin, deren Hände mit einer Geschwindigkeit über die Tasten flogen, dass es einem unerklärlich erschien, mit welcher Präzision im Ausdruck dies geschehen kann. Dass diese Dynamik und Variabilität im Musikvortrag noch steigerungsfähig ist, bewies Ana-Marija Markovina dann mit der Sonate C-Dur op. 53 „Waldstein“ von Ludwig van Beethoven. Nach der Pause erlebte das Publikum eine Neueinspielung des Komponisten Anton Urspruch. Beendet wurde das Konzert mit dem Andante spianato et Grande Polonaise Brillante op.22 von Frédéric Chopin. Als Zugabe gegeben wurden eine Opernphrase von Liszt und eine Sonate von Scarlatti. Hans-Dieter Folles
Badische Zeitung, 07.06.2011

Der Kraftakt wird von ihr souverän bewältigt

Relativ selten bekommen die Liebhaber der klassischen Musik in Nagold die Gelegenheit, ein Klavierrecital mit einer herausragenden musischen Persönlichkeit in höchst anspruchsvollem und interessantem Programm zu erleben. Schon der Anblick des majestätischen, spielbereiten Konzertflügels brachte die Besucher des Klavierabends in Kubus in eine teils feierliche, teils erwartungsvolle, besondere Stimmung.
In dieser wohlwollenden Atmosphäre begann die Gastpianistin Ana-Marija Markovina ihr fast zweistündiges Solokonzert mit der „Sturm“–Sonate von L. van Beethoven. Dieses in seinem Aufbau durchaus klassische, jedoch in der Ausdrucksstärke beinahe romantische Werk spielte sie von Anfang an differenziert und individuell, sicher und frei, impulsiv und bildhaft; ihre bemerkenswerte musikalische Intuition, verbunden mit einer Fülle technischer Raffinessen, führte die Zuhörer unfehlbar durch die tiefpsychologische, konfliktreiche beethovensche Musik. Dank dem stets sicheren und reich nuancierten Anschlag erklang auch der Refrain des Schlussrondos sehr vielseitig, mal feenhaft leicht und verspielt, mal verzweifelt und besessen.
Der persönliche pianistische Stil von Markovina erreichte seine künstlerische Höhe in einem anderen berühmten Werk von Beethoven, der „Waldstein“-Sonate. Lebendig, mutig und vor allem intuitiv überzeugend perlten mühelos und sicher die halsbrecherischen Passagen und präzise Triller; harmoniereiche Akkorde klangen opulent und kräftig. All die technischen, unverzichtbaren Effekte standen jedoch nie im Vordergrund, sie unterstrichen lediglich den unvergänglichen musikalischen Wert der genialen Sonate.
Ihre interpretatorische Überzeugungskraft, deren Quelle vermutlich in der schöpferischen, innerlichen Unruhe zu suchen ist, leitet Markovina möglicherweise von dem vor 200 Jahren geborenen Romantiker Franz Liszt ab. Der berühmte, von Skandalen und Affären umwobene Exzentriker verdankte seinen Ruhm vor allem geradezu diabolischer Virtuosität und magnetisierender Anziehungskraft, ähnlich seinem Vorbild und Idol, dem Violinisten Niccolò Paganini. Die Kompositionen von Liszt geben wertvolles Zeugnis nicht nur über seine unglaublichen technischen Fertigkeiten, sie erlauben auch die fast indiskrete Einsicht in die persönlichen Empfindungen eines rastlosen, ungeduldigen Geistes.
In seiner „Dante“–Sonate baute Markovina gezielt die fein abgestuften und doch extremen Emotionen auf – oder aber überraschte unmittelbar mit Gewitter der Gefühle. Einen ganz anderen Liszt, den nach Anerkennung und Applaus lechzenden „Salonlöwen“, zeigte sie in der „Rigoletto“–Paraphrase, einem Stück aus der im 19. Jahrhundert sehr populären Gattung. Im scheinbaren Gewirr der reichen und technisch sehr anspruchsvollen Ornamentik klang das berühmte Quartettthema aus der Verdi-Oper unverkennbar melodiös und anschmiegsam.
Trotz quälender Hitze auf der Bühne und knisternder Klimaanlage bewältigte die Pianistin bewundernswert souverän den wahren Kraftakt, welchen das sehr umfangreich gestaltete Konzertprogramm (darunter auch 32 Variationen von Beethoven) darstellte. In der Zugabe, einer Scarlatti-Sonate, bereicherte sie ihren festen Anschlag mit der Leichtigkeit des Rokoko und einem Hauch Romantik.
von Maria Kosowska-Németh,Schwarzwälder-Bote, 26.05.2011

Besinnlich aufbrausend

….Fast schon intime Züge hatte dem gegenüber Mozarts A-Dur-Klavierkonzert, das schon einem kammermusikalischen Wohnzimmer-Mozart ähnelte. Hier war mit Ana-Marija Markovina eine verhaltene Transparenz, delikates Auskosten graziler Rokoko-Melodik und biegsamer Streichersätze zu erleben. Weder die Solistin noch das Prager Ensemble versuchten Ecken und Kanten zu finden oder gar mit dramatischem Nachdruck den konzertanten Wettstreit zu forcieren. Hier war Abgeklärtheit Programm, nicht die Spannung.
Das Andante spianato mit der großen Polonaise in Es-Dur ist ein gewaltiges Schaustück chopinscher Klaviermusik. Das Andante plätschert einführend sanft daher, abgerundet mit einem akkordischen C-Dur-Trio und einem ruhigen Mittelteil. Die Polonaise wird zur Fanfare, zu einer überschwänglichen Tanzform. Man war wie elektrisiert und spürte die schiere poetische Begeisterung. Markovina brachte mit diesem Meisterwerk den Steinway-Konzertflügel zu einem orchestralen Aufbrausen.
Mitteleutsche Zeitung, 3.1.2011

Solistin verzaubert das Publikum

Balingen. Ein spannendes Programm, eine temperamentvolle Solistin, ein souveräner Dietrich Schöller-Manno sowie Spielfreude und technische Perfektion – all dies bekam das Publikum beim Konzert des Kammerorchesters Balingen geboten.
Den Höhepunkt des Konzerts bildete Mozarts 20. Klavierkonzert in d-moll. Das lag vor allem an Solistin Ana-Marija Markovina, die mit ihrer Mischung aus mitreißendem Temperament und konzentrierter Intensität das Publikum vom ersten Takt an verzauberte. Mozarts 1785 entstandene Werk ist das erste Konzert, das der Komponist in einer Moll-Tonart verfasst hat. Nicht harmlos-heiter, sondern düster-abgründig präsentiert sich dieses dem „Requiem“ und dem „Don Giovanni“ verwandte Werk.
Markovina schöpfte die gesamte dynamische und farbige Bandbreite des Flügels aus und begeisterte mit ihrem ebenso zupackenden wie transparenten Spiel. Unterstützung bekam sie vom sehr gut disponierten Kammerorchester, welches Verstärkung von den Bläsern der Jugendmusikschule Balingen sowie weiteren Gästen bekam. Stürmischer Beifall holte Markovina wiederholt auf die Bühne, wofür sie sich mit einer kraftvollen Interpretation von Liszts Rigoletto-Paraphrase sowie einer Scarlatti-Sonate bedankte, wobei sie noch einmal ihre phänomenale Technik bewies.
Von Susanna Just, Schwarzwälder Bote, 11.12.2010

Markovina brilliert

3. Meisterkonzert in der Wetzlarer Stadthalle am 23.11.2010

Solisten waren Ana-Marija Markovina (Klavier) und Matthias Kamps (Trompete). Das mit 27 Jahren komponierte „Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester Nr. 1 c-Moll op. 35“ des Russen Dmitri Schostakowitsch trug viel zum Ruhm des Komponisten bei, der hier einen Gedanken an den anderen reiht. Treffsicher die von Matthias Krampe gespielte Trompete.

Die Hauptlast des Konzertes trug Ana-Marija Markovina. Die 40-jährige renommierte Pianistin aus Kroatien verfügt nicht nur über eine bewundernswerte Technik, sondern konnte auch mit einer geschlossenen musikalischen Leistung punkten.

Diese trat weniger im doch eher rhapsodischen Konzert als vielmehr im Solowerk des Abends, des „Andante spianato et Grande Polonaise Brillante Es-Dur op. 22“ Chopins zutage. Es war eine Hommage an den vor 200 Jahren geborenen polnischen Komponisten. Der zarte Beginn in As-Dur war ein reizvoller Kontrast zur übermütig virtuosen Polonaise, mit Bravour gespielt und mit heftigem Applaus bedacht, dass Markovina noch ein Rondo als Zugabe folgen ließ.
Mittelhessen, 30.11.2010

Versonnen träumt die Melodie

„Form und Leidenschaft“: Ana-Marija Markovina im KuZ

Pianistin Ana-Marija Markovina präsentierte am Mittwochabend mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg unter der Leitung von David Alexander Rahbee im Kulturzentrum Werke aus Frühklassik und Romantik.
Im Konzert a-moll für Klavier und Streichorchester, einem bisher unbekannten Frühwerk des damals 13-järigen Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), zeigt die in Wanne-Eickel aufgewachsene und inzwischen international renommierte Pianistin Ana-Marija Markovina die ganze Bandbreite ihres Könnens: Frühromantische Erregung kommt in ihrem technisch souveränen Spiel in sich überstürzenden Kaskaden zum Ausdruck wie die Spannung des düster- dräuenden gebrochenen Gegenthemas. Versonnen träumt die Melodie des Larghettos in klaren Phrasierungen und präzisem Anschlag vor sich hin perlende Läufe leiten zur Begleitung der leise-bedrohlich tremolierenden Geigen zum Finale über. Die Akzente des Orchesters unterstreichen in ausgewogenen Zusammenspiel mit Ana-Marija Markovinas virtuosen Themen die Spannung des schnellen Schlussthemas.
Auch in Frederic Chopins (1810-1849) Polonaise Es-Dur op.22 entwickelt die Pianistin nach träumerisch präludierendem Andante aus perlenden Begleitfiguren ein kraftvolles, virtuos ausgestaltetes und markantes Thema.
Konstanze Führlbeck, Westdeutsche Allgemeine Zeitung 26.11.2010

Ein feines Menü, nicht für den Schnellverzehr

Eschweiler. Der Wert eines Konzertes bemisst sich nicht primär an der Zahl der Besucher und Event-Beigaben. Eine kleine aufmerksame Besucherschar und ein ohne auffälligen Schnickschnack musizierendes Ensemble bieten eine gute Gewähr für hochkonzentrierten Musikgenuss.

Von daher bot gerade der eher schmucklose Talbahnhof einen womöglich besseren Rahmen für ein Klassik-Konzert als große Arenen. Dort rücken oft Starkult und das Schlemmen feiner musikalischer «Menüs» das Sich-Hineinversenken in die aufgeführten Werke selbst in den Hintergrund. Wenn Ana-Marija Markovina, die kroatische Weltklasse-Pianistin aus Köln, nach dem Konzert mit Besuchern und dem Rezensenten lächelnd von ihrem «Hauskonzert in Eschweiler» sprach, schwang keinerlei Ironie in diesen Worten mit.

Beim Klavierkonzert a-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy erwiesen sich die Solistin Ana-Marija Markovina sowie das Orchester als kongeniale Partner. Begeisterte im Allegretto das schöne motivische Wechselspiel zwischen Klavier und vor allem Cello mit abschließender virtuoser Solo-Kadenz, so perlten im dann langsamen Larghetto die Töne von Ana-Marija Markovina wie behutsame Tropfen.
«Klavier solo» hieß es dann bei Frédéric Chopins «Grande Polonaise brillante». Chopins berühmtes Opus 22 machte die Pianistin zu einer beeindruckenden Hommage an Polen größten Musensohn und seinen 200. Geburtstag. Mit exquisiter Anschlagtechnik vermittelte Ana-Marija Markovina die feinhäutige Sensibilität Chopins ebenso wie mit kraftvollem Spiel die Leidenschaft des sehnsüchtigen Emigranten.
Von Joachim Peters, Aachener Nachrichten, 24.11.2010

Pianistin der Extraklasse

300 Besucher kamen am Montagabend zum Konzert der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg und der kroatischen Pianistin Ana-Marija Markovina ins Theater in der Stadthalle. 1991 gegründet, ist das Ensemble das erste Gesamt-Berliner Kammerorchester. Am Montagabend trat sie unter neuer Leitung auf: Am Dirigentenpult stand der US-Amerikaner David Alexander Rahbee.

Für die familiäre Hausmusik schrieb der junge Felix Mendelssohn-Bartholdy das „Konzert für Klavier und Streichorchester in a-Moll“. Dafür ist es erstaunlich reif – und ausgesprochen virtuos komponiert. Ana-Marija Markovina, die von Paul Badura-Skoda als eine der „bedeutendsten Pianistinnen“ ihrer Generation bezeichnet wurde, meisterte den schwierigen Part bravourös. Ihr Spiel zeichnete sich durch beherzten Zugriff, äußerste Präzision und ein elfenhaftes Leggiero-Spiel aus. Der langsame Satz bezauberte durch einen zarten, innigen Streicherklang, und der Steinway-Flügel schien unter ihren Händen zu singen. Der letzte Satz war voll von spieltechnischen Raffinessen, die sich Mendelssohn bei älteren Kollegen abgeschaut hatte, die aber auch noch Jahrzehnte nach ihm das Publikum zu beeindrucken wussten.

Ana-Marija Markovina eröffnete den zweiten Teil des Konzerts mit einem unangekündigten Solovortrag: Chopins „Grande Polonaise brillante précédée d’un Andante Spianato“. War das Publikum schon nach dem Klavierkonzert begeistert, gab es nun frenetischen Beifall. Markovina bedankte sich mit einem Stück des italienischen Barockkomponisten Domenico Scarlatti.
Von Sven Thomas Haase, Holsteinischer Courier, 24. November 2010

Streicherglanz und Tastenvirtuosität

Die Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg und die Pianistin Ana-Marija Markovina zu Gast in Marburg
Den 600 Zuschauern in der Stadthalle bot der Konzertverein am Sonntag nicht nur ein Sreichkonzert, sondern auch einen Soloklavierabend. Das lag auch zu einem Großteil an der Wiedergabe durch Ana-Marija Markovina, die in den Ecksätzen vor allem athletisch kraftvoll und mit nie nachlassendem Elan virtuos auftrumpfte. Als sensibel gestaltende Klangpoetin erwies sie sich im Adagio-Mittelsatz mit seiner verzierungsreichen Gesangsmelodie, die sich wie in einer italienischen Opernarie über geisterhaftem Streichertremolo entfaltet. Ungewöhnlich für ein Orchesterkonzert war der zweite Auftritt der Pianistin, da diese nun bei ihrem Glückwunsch zum 200. Geburtstag Frédéric Chopins ganz auf sich allein gestellt war. Mit noblem, abstufungsreichen Ton gestaltete sie die „spianato“ (ebenmäßig) zu spielenden Andante –Einleitung zur Grande Polonaise brillante op.22. Deren melodisch-rhythmisches Feuer ließ Markovina in aller Pracht leuchten. Und dem Publikum gefiel es derart, dass die Pianistin noch eine verspielte Scarlatti-Sonate als Zugabe spielte.
Von Michael Arndt, Oberhessische Presse, 23.11.2010

Oktavendonner

Im Klavierkonzert a-moll von Edvard Grieg saß mit Ana-Marija Markovina eine technisch souveräne und hochmusikalisch gestaltende Interpretin am Flügel. Ihr Spiel hatte die nötige Kraft für Oktavendonner, aber auch Leichtigkeit und Eleganz, um beispielsweise die Kadenz im ersten Satz mit atemberaubenden Nuancen auszustatten. Ganz hinreißend gelang das bezaubernde Adagio. Eine Scarlatti-Sonate bildete die Zugabe, eine typische, feurige Musik des Cembalo-Zauberers, die Ana-Marija Markovina temperamentvoll ausführte.
General-Anzeiger, 18.10.2010

Zuvor spielte die Pianistin Ana-Marija Markovina Edvard Griegs nicht allzu oft aufgeführtes Konzert für Klavier Orchester a-moll. Das Stück erinnert unwillkürlich an das (ebenfalls in a-moll) gefasste Klavierkonzert Robert Schumanns, zumal der erste Satz („Allegro molto moderato“). Markovina wählte auffallend gemäßigte Tempi für ihre Interpretation, ein bisschen zu „schwelgerisch“ geriet auf diese Weise das Adagio. In den Ecksätzen aber faszinierte die Pianistin mit großen dynamischen Bögen sowie einem samtweichen Anschlag, sogar beim Staccato und den Trillern, um in der dramatischen Kadenz umso energischer, fast schon wild zuzugreifen. Auch sie erntete am Ende viel Beifall.
Weser Kurier, 11.10.2010

Begeisternd: Pianistin Ana-Marija Markovina spielte im Bad Hersfelder Johann-Sebastian-Bach-Haus am Flügel
Meisterin der Tasten

Die wahre Tastenmeisterin und –magierin offenbarte der Chopin-Teil. Wie eine Naturgewalt der grandiose Aufriss der Ballade g-Moll op. 23 mit der finalen Beschleunigung und dem Absturz im dreifachen Forte. Eine Inkarnation von Schicksal und Schmerz das Prélude Des-Dur op. 28/15, das berühmt-berüchtigte „Regentropfen“-Prélude, mit seinem unablässig als Achtelnote wiederholten Ton Gis. Schließlich Andante spianato et Grande Polonaise Brillante Es-Dur op. 22 – als vitale Verknüpfung von Saloneleganz und Freiheitsdrang nicht nur ein tönendes Bekenntnis des Komponisten zu seiner polnischen Heimat, sondern auch eines der Kölner Pianistin zu diesem Komponisten.
von Siegfried Weyh, Hersfelder Zeitung, 09.08.2010

Frauen-Power am Konzertflügel. Kraftvolle Pianistin.

Piano nobile – 1. Klaviermatinee mit Ana-Marija-Markovina

Getreu dem diesjährigen Motto „Frauengestalten – Frauen gestalten“ präsentierte die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina im Passauer Rathaussaal ein interessantes, ansprechendes und abwechslungsreiches Klavierprogramm. Neben den in diesem Jubiläumsjahr unvermeidlichen Schumann- und Chopin-Werken spielte sie auch höchst hörenswerte Stücke bislang unbekannter Komponistinnen. Mit kraftvollem Duktus und vollgriffigen Klang-Kaskaden präsentierte sich die Solistin gleich in Robert Schumanns einleitendem „Papillons“ als absolut sichere Interpretin, die zu Recht in allen Musikzentren der Welt zu Hause ist.

Die folgenden „Quatre pièces caractéristiques“ der Schumann-Ehefrau Clara Wieck zeigten nicht nur die pianistisch hohen Ansprüche dieser komponierenden Pianistin, sondern insbesondere in der „Romance“ (Andante con sentimento) in Harmonie und melodischem Duktus auch den unüberhörbaren Einfluss ihres Ehemannes.

Als bisher völlig unbekannter, aber durchaus hörenswerter musikalischer „Nobody“ erwies sich Luise Adolphe Le Beau (1850-1927) mit ihren anspruchsvollen „Variationen in f-Moll“, die kurz, klar und prägnant in etüdenhafter Manier das Thema durchexerzierten. Das interessanteste Werk des Konzerts allerdings war die „Chaconne für Klavier solo“ von Sofia Gubaidulina (geboren 1931), die in kraftvoller Struktur und unterschiedlicher Durchführung von streng-fugiert bis exzessiv-dissonant sowohl die Spielfertigkeit der Künstlerin als auch die Hörgewohnheiten der Zuhörer einigermaßen beanspruchte.
Da kam das nachfolgende „Andante spianato et Grande Polonaise Brillante“ Es-Dur, op. 22, von Frédéric Chopin, Paradestück eines jeden ehrgeizigen internationalen Tasten-Zauberers, gerade recht als wohlverdienter Ton-Balsam für strapazierte Ohren und bildete so den genussvollen Abschluss einer beeindruckenden Demonstration weiblicher Tasten-Power. Den langanhaltenden Beifall des Publikums belohnte die sympathische Künstlerin mit zwei neckisch-kapriziösen Scarlatti-Sonaten.
58. Festspiele Europäische Wochen Passau, 10. Juni bis 18. Juli 2010
von Toni Daumerlang, 22.06.2010

Gewaltig romantisch. Stehender Applaus für Solopianistin

Bedacht auf Klangschönheit breitete Markovina ein Kaleidoskop an Ausdrucksmöglichkeiten aus. Am eindrucksvollsten gelang ihr dies in den Pianopartien, die fließend sich in engagierten Forteausbrüchen entluden. Als Ruhepol mit emotionaler Tiefe lud Frédéric Chopins „Andante spianato“ zum Atemholen für die folgende „Grande Polonaise Brillante op. 22“ ein, die als virtuoses Bravourstück den grandiosen Schlusspunkt vor der Pause setzte.

Spannungsgeladene Akkordfolgen und rhythmisch gegenläufige Stimmführung mit schroffen Brechungen sorgte bei Sofia Asgatova Gubaidulinas „Chaconne for piano solo“ für einen aggressiv-aufgeladenen Charakter, der sichi über einem wuchtigen Bassfundament entlud.

Am überzeugendsten wirkte Markovina beim Ausschöpfen der dramatisch-erzählerischen Melodik von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Freigespielt vom romantischen Schönklang fauchte und biss der Konzertflügel an den richtigen Stellen und ließ die ausdrucksstarken Bilder lebendig hervortreten. Die Pianistin schuf ein tiefgründiges Klanggemälde. Mit Kraft entfalteten die breiten Akkordfolgen eine treibende Rhythmik und kontrastierten mit dunkler Spannung zu den filigran spielerischen Passagen, die ein flirrendes Gegenlicht entwarfen. Mit Stringenz und klarer musikalischer Aussage erorberte sich Markovina ihr … Publikum, das sich für den gewaltigen Klavierabend mit Standing Ovations bedankte.
von Frank Gellert, Augsburger Allgemeine, 17.06.2010

Konzertreihe beginnt fulminant

Das Leben einer Pianistin, die – als eine der wenigen ihrer Zunft ausschließlich vom konzertieren lebt, ist hart und entbehrungsreich. Aber auch schön. Vor allem für die Zuhörer, die am Sonntag einen fulminanten Auftakt Haslacher Klosterkonzerte erleben durften. Markovina zog das Publikum von Anfang an mit ihrem temperamentvollen spiel in den Bann…

Sofia Gubaidulina war dabei die jüngste der Komponistinnen auf dem Programm. Ana-Marija Markovina interpretierte ihre Chaconne, die der Pianistin durch seine vertrackte Polyphonie eine Höchstmaß an Gestaltungskraft und Virtuosität abverlangte.
Offenburger Tagblatt, 15.06.2010

Klassik mit Persönlichkeit

Die Persönlichkeit der Komponisten durch ihr Klavierspiel hörbar zu machen ist ein Hauptanliegen der Pianistin Ana-Marija Markovina. Ihre eigenwillige Interpretationskunst ist in aller Welt gefragt, in Europa, Asien und den USA. Sie spielt mit Vorliebe gleichermaßen klassische wie zeitgenössische Kompositionen.
09.06.2010, Augsburger Allgemeine

Mitreißend und überwältigend

Die Pianistin Ana-Marija Markovina bot auf Gut Glindfeld ein ganz besonderes Musikerlebnis… Bei ihrer Interpretation… bleibt die Pianistin keine Nuance zwischen Flatterhaftigkeit, sprunghafter Wendung und gravitätischem Flügelschlag schuldig.
Westfalenpost, 08.05.2010

Donnernde Akkorde und ein liebevolles Spiel

Sodann ein Werk des gerade 13-jährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy: … Den heiklen Solopart gestaltete Ana-Marija Markovina mit perfekter Technik und beeindruckender, oft heftig zupackender Anschlagskultur.

Die Pianistin gab nach der Pause einen weiteren eindrucksvollen Beweis ihrer Fähigkeiten mit „Andante spianato et Grande Polonaise brillante“, Opus 22 von Chopin, sicherlich passend im Jubiläumsjahr. Das Werk erklingt eigentlich mit Orchester. Ana-Marija Markovina spielte es solistisch und brillierte in der Tat damit. Sie neigt dazu, starke Akzente zu setzen, liebt donnernde Akkorde, meistert die klaviertechnischen Anforderungen wie selbstverständlich: pianistisch Hohe Schule. Dass sie auch durchsichtig, klar und geradezu liebevoll zu spielen weiß, zeigte sie in einem Satz aus der Sonate A-Dur von Scarlatti als Zugabe.
Deister und Weserzeitung, 14.04.2010

Wallgraben-Konzert, Bad Münstereifel

Viel Liebe steckte Ana-Marija Markovina in Frederic Chopins „Andante spianato et Grande Polonaise Brillant“ E-Dur op. 22. Hier spielte sie auswendig, schwelgte in üppig fließenden Figuren, begeisterte mit abenteuerlichen Läufen und einer atemberaubenden Virtuosität.
Kölner Stadtanzeiger,15.03.2010

Entfesselte Leidenschaften

Frankfurt (Oder) … Wie Carl Philipp seine pianistischen Traumwelten auslebte, führten Beni Araki (Cembalo) und Ana-Marija Markovina (Hammerflügel) im Es-Dur-Doppelkonzert sehr beeindruckend vor. Reizvoll die Klangkombination, wobei der silbrig perlende, leuchtkräftige, gläsern-klare und verzierungsreich vorgeführte Cembaloklang auf den gedämpften, weichen, ausdrucks- und farbenreichen Ton des Hammerflügels traf.

Beide Solistinnen lieferten sich einen vorzüglichen, bestens aufeinander abgestimmten Wettstreit auf Tasten. Im fröhlich tändelnden Finale vermeinte man bei gewagten Harmonien oftmals einen vorweggenommenen Mozart zu vernehmen.

Die fis-Moll-Fantasia „C. Ph. E. Bachs Empfindungen“, auf dem Hammerflügel vorgetragen, entpuppte sich als eine Abfolge von Empfindungsvariationen zwischen traurig, erregt, trostlos, trotzig. Die kroatische Solistin Ana-Marija Markovina schien dabei Bachs Anweisungen „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ getreulich zu befolgen, denn die Gemütsbewegungen erklangen außerordentlich differenziert im Anschlag. Auch führte sie die Möglichkeiten zwischen piano und forte ausgezeichnet vor.

Nach der Pause spielte Ana-Marija Markovina auf einem Steinway-Flügel Chopins Polonaise-Fantasie As-Dur: volltönend, leidenschaftlich erregt, klar im Anschlag, unverschwommen, mit einem Anflug von träumerischer Nachdenklichkeit.
von Peter Buske, Märkische Oderzeitung, 07.03.2010

Markovina spielt sich in Ekstase

Einen fulminanten Klavierabend mit der kroatischen Pianistin Ana-Marija Markovina, der im Zeichen der 200. Geburtstage von Schumann und Chopin stand, erlebten die Gäste des Neujahrskonzertes in der Denkmalschmiede Höfgen am vergangenen Wochenende.

Chopins Ballade g-moll op. 23 bildete den Auftakt für ein äußerst anspruchsvolles Programm, Schwierigkeit und Gedächtnisleistung betreffend, denn „Vom-Blatt-spielen“ kommt bei Markovina nicht in Frage. Gefordert war auch das Publikum. Neben den Fantasiestücken und Papillons von Schumann erklang „Kreisleriana, op. 16“. Sie gilt als Schumanns bedeutendste Komposition für Klavier. In keinem anderen Werk werden die Abgründe seiner zerrütteten Seele deutlicher als bei diesem Meilenstein der klassischen Klaviermusik.

Zunächst wenig eingängig, entfaltet dieses Werk ungeahnte Tiefen und Wirkungen, je intensiver man sich damit beschäftigt. Markovina spielte sich nahezu in Ekstase, bald überschwänglich mit rasantem Tempo und sogleich wieder vibrierend, zart und empfindsam, ein Schwanken zwischen Abgründen, Wahn und Sinn. Gewidmet hat es Schumann dem von ihm bewunderten Frédéric Chopin. Mit dessen inspirierender Komposition Andante spianato et Grande Polonaise Brillante Es-Dur op. 22 endete Markovina. Vorläufig, denn zwei Sätze aus Scarlatti-Sonaten als Zugabe erklatschte sich das berauscht applaudierende Publikum.
Leipziger Volkszeitung, 05.01.2010

Löwenpranke und Löwenmähne

Energisch schüttelt die kroatische Pianistin Ana-Marija Markovina ihre Löwenmähne zur Seite und mit einer wahrhaften Löwenpranke stürzt sie sich auf die Tasten des Steinway-Flügels im Stadtsaal. Im Programm hatte sie Beethovens „Sturm“-Sonate und Liszts „Dante“-Sonate, diese beiden ungemein schwierigen Brocken umrahmten Schumanns „Fantasie-Stücke“ op. 111, und nach der Pause hatte sie die kompletten „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski mitgebracht, auch nicht gerade ein einfaches Stück Musik.

Die in Köln lebende (…) Pianistin hat bei bedeutenden Klavier-Professoren, darunter auch der Wiener Pädagoge Paul Badura-Skoda, studiert und schon mit wichtigen Orchestern und Dirigenten ihr enormes technisches Können und ihre stupende Musikalität unter Beweis gestellt. (…) Was hier (Dante-Sonate) im Fortissimo an krachenden Oktav-Kaskaden sich entlädt, erfordert höchste Fingerfertigkeit und Virtuosität (…) Ganz auf der Höhe ihrer Könnerschaft war Markovina mit der Nachzeichnung von Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“, deren Urfassung für Klavier heutzutage ziemlich verdrängt ist durch diverse Orchesterbearbeitungen, unter anderem von Maurice Ravel. (…) Die Markovina macht das gewissermaßen mit breitem Pinsel und kräftigen Farben. Nicht weniger als drei Dreingaben – kurze Sonaten des Bach-Zeitgenossen Domenico Scarlatti – belohnten das teilweise wirklich verzauberte Publikum für den herzlichen Beifall, sehr zur Freude des Auditoriums und – wie man deutlich spürte – auch der Künstlerin, die es genoss, ihre Finger temporeich über die Tasten laufen zu lassen. Man darf hoffen, dass die nächsten Konzerte der Pro Musica-Saison ein ähnlich hohes musikalisches Niveau erwarten lassen.
Eichstätter Kurier, 10.11.2009

Hart und konsequent

…Unter Markovinas Händen scheinen die Bilder förmlich zu explodieren…
Neue Osnabrücker Zeitung, 28.10.2009

Spitzen-Pianistin bei Fugger-Reihe

Und Ana-Marija Markovina spielte mit tiefster Hingabe und der scheinbaren Leichtigkeit, die Kennzeichen wahrhafter Meisterschaft ist.
Augsburger Allgemeine, 14.10.2009

Dann pathetische und nachdenkliche Klänge, bevor ein Energie geladenes Aufbrausen von der Tiefe bis in die Höhen faszinierte. Energische, gewaltige Passagen wurden hier wieder ganz unbeschwerten Klängen gegenübergestellt.
Siegener Zeitung, 14.09.2009

Elegant und kraftvoll zugleich nutzt sie das Gewicht ihrer Arme und bringt durch sich überlagernde Klangsalven das ganze Volumen des Flügels zur Geltung. In Muzio Clementis Sonate in fis-Moll zeigt sie, dass sie auch die weichen Töne beherrscht – mit perlenden Läufen und heiterer Grundstimmung. Auch hier arbeitet sie deutlich die Kontraste heraus. Schnelle hohe Läufe voller Wärme und Heiterkeit öffnen den Horizont zu neuen Welten (…)
Schwäbische Zeitung, 16.06.2009

Aber die Markovina denkt nicht nur nach, sie spielt auch teuflisch gut: Der orchestrale Stil, den sie in Franz Liszts „Dante-Sonate“ anschlägt, übertrifft sicher alles, was der Schimmel-Flügel im Friederikenschlösschen je erlebt hat, weil sie ihn mit großer Vehemenz bis an die Grenzen seiner Leistungsmöglichkeiten führt. Dass sie dabei technisch keine Grenzen hat, erhöht den Reiz und die Anziehungskraft. Gefühlvoll, leidenschaftlich, virtuos und bravourös spielt sie.
Thüringer Allgemeine, 12.05.2009

Pianistische Glanzleistung
Ana Marija Markovina auf Gut Glindfeld begeistert gefeiert

Glindfeld. „Ich verausgabe mich ganz – aber ich habe immer noch Reserven”, erklärte die strahlende Künstlerin augenzwinkernd dem enthusiastisch applaudierenden Publikum. Und bewies das sofort temperamentvoll mit der Konzert-Etude f-moll von Franz Liszt: – die opulente „Zugabe” einer pianistischen Höchstleistung. Bis in den Vorraum des Jagdsaals von Gut Glindfeld drängten sich die Besucher am Samstagabend, um Ana Marija Markovina, „eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation”, zu hören. Und die hoch gesteckten Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Ein kontrastreiches, klug durchdachtes Programm steuerte mit „filigranem Feuerwerk” der Sonatenkunst dem furiosen Höhepunkt entgegen: Mussorgskys Suite „Bilder einer Ausstellung”. Das Bindeglied zwischen der kompositionstechnisch raffiniert ausgefeilten Sonatenform und der kreativen Urgewalt von Mussorgskys „Geniestreich” bildete – elegant und exzentrisch – Liszts „Rigoletto-Paraphrase”. Und Ana Marija Markovina faszinierte vom ersten bis zum letzten Ton: Sie legte – mit technischer Brillianz – akribisch Strukturen frei und ließ sich doch emotional fesseln. Sie malte lustvoll in üppigen Klangfarben, aber behielt stets den nüchternen Blick aufs Ganze, praktizierte eine kluge, sparsame Dosierung der Steigerungen und Effekte und ließ doch merken: da schlummert ein Vulkan. Gebannt lauschte das Publikum ihrem rasanten Vortrag der fein geflochtenen, filigranen Scarlatti-Sonaten, verstand, weshalb Beethoven die Werke Muzio Clementis so überaus schätzte, und bestaunte die selten zu hörende, zwischen Klassik und Impressionismus schillernde Farbigkeit Ottorino Respighis. Und dann brach das Gewitter der kompositorischen Einfälle los: Markovinas Interpretation der „Bilder einer Ausstellung” präsentierte die ungeheure imaginatorische Kraft und Ursprünglichkeit, die dieses Werk – ungeachtet der unzähligen Bearbeitungen – bis heute bewahrt hat. Mit äußerster Zartheit und bebender Vehemenz arbeitete sie die charakteristischen Facetten von Mussorgsky „experimentellem” Schaffen hervor: den grotesken „Gnom”, die aufgeregt hellen Stimmen der „Küchlein” oder das grandiose Klangerlebnis der über alle Regeln hinweg fegenden Hexe „Baba Jaga”. Höchste Präzision paarte sich mit musikalischer Leidenschaft und hoher Sensibilität – das hingerissene Publikum hielt es nicht auf den Sitzen und die sympathische Künstlerin musste versprechen, wieder zu kommen.
Westfalenpost, 11.11.2008

Bravouröse Technik
Eine kroatische Pianistin spielt zum Gedenkkonzert in Zscheckwitz.

Robert Schumanns „Papillons“ op. 2 stellen eine Ballszene dar. Die Künstlerin servierte das Jugendwerk des Meisters mit Frische und tiefem Empfinden. Schumanns „Kreisleriana“ op. 16 … fordert alles an Virtuosität wie auch Anschlagskunst. Frau Markovina entledigte sich dieser Aufgabe mit bravouröser Technik und großem Einfühlungsvermögen in des Meisters Gefühlswelt. Nach der Pause hörten wir Beethovens „Sturmsonate“ op. 31 Nr.2 … Der zweite Satz war ein einziger wunderschöner großer Bogen. Krönender Abschluß war Franz Liszts „Phantasia quasi Sonate“, entstanden nach einer Lektüre des italienischen Dichters Dante. Treffsicherheit der Pianistin, tolle Tonwiederholungen und Tremoli, die ganze technische Palette, dazu äußerst ausdrucksstarke Kadenzen, man vermeinte, ein weiblicher Franz Liszt säße am Flügel. Großartig! Das Echo des Publikums brachte zwei Zugaben zustande.
Von Heinz Weber, Sächsische Zeitung, 29.9.2008

Ein packendes, temperamentvolles Hörerlebnis
Pianistin Ana Marija Markovina zeigte ihre großartige Technik im Alten Kurhaus

BAD ZWISCHENAHN – Ana-Marija Markovina überzeugte durch ihre Anschlagskunst und ihre Griffsicherheit. Schon mit dem ersten Tastenanschlag wurde das Band zwischen einem andächtig lauschenden Publikum und der Künstlerin geknüpft. Bei den Sonaten von Domenico Scarlatti , Muzio Clementi und Ottorino Respighi konnten die Besucher nicht nur hören, sondern sich mittragen lassen von einer Musik, die gleichermaßen samtig weich dahinplätscherte, die aufrüttelnde und leidenschaftliche Elemente beinhaltet. Bereits mit diesem Auftakt bewies Ana Marija Markovina, die auf Einladung der Zwischenahner Kunstfreunde im Alten Kurhaus gastierte, hohe Virtuosität und eine feine Gabe des Innehaltens, des Hineinhorchens in die Stimmungsbilder, die die Kompositionen abverlangten. Kadenzen wurden mit Leichtigkeit gespielt, die Finger glitten in Windeseile über die Tasten und enthüllten perlende Läufe.

Spannungsgeladene Elemente wurden zu einem temperamentvollen Zusammenspiel kraftvoller Klänge, duftige Passagen ließen Sensibilität spürbar werden. Markovina schien zusehends die Welt um sicher herum zu vergessen. Ana Marija Markovina ist eine ganz besondere Pianistin, die ihr anspruchvolles Programm ohne jegliche Notenblätter beherrscht. Im Rahmen der Erforschung der Persönlichkeit der Komponisten und der Psychologie ihrer Werke, steht sie in engem Kontakt zur internationalen Kreativitäts- und Hirnforschung, insbesondere zum Institut für Psychologie und Kognitionsforschung der Universität Bremen. Ihre Auftritte führten sie bereits in fast alle Länder Europas, nach Japan, in die USA und in die wichtigsten Konzertsäle Deutschlands. ?Dass diese Ausnahmekünstlerin in Bad Zwischenahn auftreten konnte, ist eine Glanzleistung des Vereins der Kunstfreunde.
von Klaus-Peter Tuchscherer Nord-West Zeitung, 17.9.2008

Herausforderung am Flügel
Ana-Marija Markovina im Johann-Sebastian-Bach-Haus

So schwarz, starr und lauernd er verharrt, hat er doch etwas Herausforderndes, ja Verführerisches: der Konzertflügel zwischen Folterinstrument und Liebesobjekt. Und so scheint es keinesfalls widersinnig, dass die größten Musiker ihre höchsten Kräfte für ihn opferten. Einer von ihnen war Robert Schumann. In seinen besten Klavierwerken offenbart er, was ihn da reizt: nicht die leblose Tastenmechanik, sei sie noch so behände, sondern die Verkörperung und Aktivierung einer Idee. Ein ganzes Ideenuniversum türmte im ersten ihrer beiden Recitals vom Festspielkonzert-Wochenende die Pianistin Ana-Marija Markovina auf. Mit den literarischen Ideegebern Jean Paul und E. T. A. Hoffmann für Schumanns Papillons op. 2 bzw. die Kreisleriana op. 16, Shakespeare für Beethovens „Sturm“-Sonate d-Moll op. 31/2 und Dante für Franz Liszts „Dante-Sonate“ aus dem zweiten Jahrgang der „Anées de pèlerinage“.

Ana-Marija Markovina kam in Kroatien zur Welt, wuchs in Deutschland auf, hat einen Hang zum Wienerischen und lebt in Köln, von wo aus sie zu etwa 50 Soloauftritten pro Jahr quer durch den Kontinent reist. Ihrem begeisterten- und dafür am Ende mit Liszts Konzertetüde „La Leggierezza“ belohnten – Hersfelder Publikum mögen vordergründig die Kraft und Wucht, hier und da auch die Anstrengung aufgefallen sein, mit denen da die Himalaja-Gipfel der Klavierliteratur bezwungen wurden. Vieles geriet zur ebenso unfasslichen wie unausweichlichen Demonstration von Virtuosität und Athletik, gut erkennbar an der Hebelwirkung des Doch sie hat noch eine andere Geste, die kreisende, umfassende, behutsam dirigierende. Was ihr also im Johann.Sebastian-Bach-Haus vor allem gelingt, ist die weiträumige, tief lotende Entfaltung der Idee. Ob der Tanz und Spuk in Schumanns tönenden Fantasiegebilden, ob Beethovens deklamatorisch-dramatisches Unterlaufen des Sonatenschemas oder Liszts grandioser Aufriss des Hölleninfernos- all das nimmt schlüssige ganzheitliche Gestalt an. Einen erregenden Zug zu orchestraler Größe und Differenziertheit, ein bekenntnishaftes Streben nach dem Ideal, eine Wahrheit der Empfindung. So beglückend kann der Gabenaustausch zwischen Instrument und Spieler sein. Da läßt sich sich sogar der Gedanke wagen, Schumann habe nicht bloß die geliebte Clara gemeint, als er im Hochzeitsjahr 1840 das Friedrich-Rückert-Gedicht „Widmung“ vertonte- mit den Schlußzeilen „Du hebst mich liebend über mich, mein Guter Geist, mein bess’res Ich!“
Von Siegfried Weyh, Hersfelder Zeitung vom 23.Juni 2008

Ein musikalisches Gesamtwerk
Große Begeisterung für die Pianistin Ana-Marija Markovina im Kloster in Haslach

16.07.2008 – Haslach. Hier kam einfach alles zusammen, was zu einem Gesamtkunstwerk dazugehört: Die großartige Pianistin Ana-Marija Markovina mit ihrem grandiosen Vortrag, das Instrument, ein Förster-Flügel, mit seinem romantischen, weichen und fülligen Klang. Und nicht zuletzt das festliche Ambiente der Haslacher Klosterkirche. Alles passte perfekt zusammen. Einen literarisch inspirierten Klavierabend bot die aus Kroatien stammende und in Köln lebende Pianistin Ana-Marija Markovina ihrem für örtliche Verhältnisse zahlreichen Publikum: Von Robert Schumann die sich an Jean Paul orientierenden »Papillons« und das Schlüsselwerk romantischer Klavierliteratur, die »Kreisleriana«, eine Hommage an E. T. A. Hoffmann. Beethovens »Sturmsonate« ist von Shakespeare inspiriert, und von Franz List spielte sie eine Sonate nach Dantes »Göttlicher Komödie«. In der Auswahl ein höchst dramatisches Programm.

Ana-Marija Markovinas Spiel begeisterte von Beginn an: Ein paar Anschläge bei Robert Schumanns »Papillons«, und schon war sie mitten im Konzert, als säße sie schon geraume Zeit am Flügel. Mit harmonischen, weit ausholenden Gesten bearbeitete sie das Instrument. Auch ein Teil des Gesamtkunstwerks: Der ganze Körper, der zu Musik wurde in seinen Bewegungen. Der weiche Ansatz im Mittelteil der Komposition kam der Tönung des Instruments wohl am meisten entgegen und berührte tief. Bei der »Kreisleriana« mit ihren acht Sätzen kam das noch deutlicher zum Ausdruck. Bei »Sehr innig und nicht zu rasch« hatte die Pianistin einen so einfühlsamen, weichen Anschlag, dass der Flügel zu jauchzen schien. Andächtig fast und bewegend ließ sie den Satz ausklingen. Nur unmerkliche Pausen ließ sie zwischen den Sätzen, ein Kunstgriff, der die Dramatik der Kontraste noch erhöhte: Eine »Kreisleriana«, wie sie schon lange nicht mehr zu hören war.

Leichtigkeit der Läufe

Nach den leichten, fast hingetupften Tonfolgen des »Largo« von Beethovens »Sturmsonate« folgte das Allegro mit zunehmendem Volumen, das die Leichtigkeit der Läufe beibehielt. Melodisch, ausdrucksstark in seiner langsamen Betonung folgte das »Adagio«, um sich im »Allegretto« bis fast zum Unerträglichen zu steigern. Sichtlich erschöpft von dem Kraftakt ließ die Künstlerin die Hände sinken. »Une Fantasie quasi Sonate« von Franz List verlangte der Musikerin noch mehr Kraft ab. Entschlossen und energisch griff Markovina in die Tasten und steigerte sich bis zu an Dramatik kaum zu überbietender infernalischer Wucht. Unheilschwanger wurde die Stimmung im leise versonnen Mittelteil, von der Pianistin durch ausdrucksstarke Mimik noch unterstrichen. Der gewaltige Schluss schließlich wurde abgelöst durch ebenso gewaltigen Applaus und Bravorufe. Erst nach einer Zugabe, einer virtuos vorgetragenen Sonate von Domenico Scarlatti, entließ das begeisterte Publikum im Haslacher Kloster diese großartige Pianistin.

Kraftvoll und virtuos

Zu Schumanns Kreisleriana: Unterschiedlicher und trotzdem inniger verwoben könnten die Sätze nicht sein. Markovina gelang es, besonders die schnellen Sätze ausdrucksstark und mit fast dämonischer Wucht vorzutragen, der den Zuhörer manchmal den Atem anhalten ließ….

Zu Beethovens Sturmsonate: Der Interpretin gelang es, diese Öffnung zwischen der Largo-Einleitung und dem Allegro-Thema darzustellen und im Verlauf des ersten Satzes immer wieder zu manifestieren. Der zweite Satz, das Adagio, ist vielgestaltig und erfordert einen großen Könner. Markovina schaffte die Meisterleistung, dem Klavier regelrecht orchestrale Stimmung zu entlocken. Der dritte Satz läßt dem Interpreten viel Spielraum, den die Pianistin voll ausnutzte und ihr überdurchschnittliches Können zeigte.

Zur Dante Sonate von Liszt: …Ana-Marija Markovina gelang es, Virtuosität, alle Vorstellungen von Dantes Hölle und die lyrischen Himmelserlebnisse des Komponisten darzustellen. Beim dramatischen Schluss konnte es einem um den Bestand des Förster-Flügels schon ein wenig bang werden. Markovina zeigte sich als absolute Meisterin.
Schwarzwälder Bote, 19.7.2008

Pianistin Ana-Marija Markovina begeistert auf Schloss Westerwinkel

Mit energischen Anschlägen begann Ana-Marija Markovina die erste von fünf Sonaten Domenico Scarlattis, die am Sonntag den Auftakt ihres Konzerts in Schloss Westerwinkel darstellten. Ein prägnanter, marschähnlicher Rhythmus wechselte mit leichtfüßigen Trillern und Läufen, bis die Melodie in virtuose Kadenzen überging. Die technisch ausgefeilten Kompositionen Scarlattis spielte Markovina mit einer sorgfältig akzentuierten Dynamik und einer sauberen Trennung von weichem Legato und scharf angestoßenen Tönen. … In der „Paraphrase“ führte Markovina die Stimmungslagen der dramatischen Oper vor – heiter, schwermütig, nachdenklich, ungestüm. Hier überließ sie sich der Musik bei aller rhythmischen und dynamischen Präzision so weit, dass sie nach einem fulminanten Finale den letzten Ton mit erleichtertem Lächeln anschlug. Eine sacht perlende Melodie mit fröhlich aufsteigenden Tonfolgen und vorwärtseilendem Tempo kennzeichneten die Sonate in fis-moll von Muzio Clementi, dem ersten Stück nach der Pause. Danach hüllte Ana-Marija Markovina ihre Zuhörer in die sehr romantischen „Antiken Arien und Tänze“ von Ottorino Respighi – eine üppige Musik, in der Pianistin wie Publikum schwelgen konnten.
Westfälischer Anzeiger, 17.6.2008

Pianospiel voller Energie und Temperament

Xanten. Es war ein musikalischer Wirbelsturm, der durch den Rathaussaal fegte. Ana-Marija Markovina begeisterte das Publikum mit einer feurigen italienischen Nacht…Unter Applaus betrat Markovina den Saal, dankte dem Publikum für den warmen Empfang, rückte den Klavierhocker zurecht und hielt einen kurzen Moment inne. Kaum hatten die Finger der Pianistin die Tasten berührt, zogen die Energie und das Temperament ihre Spiels die Zuhörer in ihren Bann. …Fünf kurze Sonaten von Domenico Scarlatti standen als erstes aus dem Programm. … Das vorwärtstreibende Tempo, mit denen ganze Klangkaskaden durch den Saal wirbelten, riss das Publikum mit… Bei der Komposition „Aprés und lecture de Dante“ von Franz Liszt brach ein gewaltiges Klanggewitter über die Zuhörer herein. Die Intensität der Musik war nahezu körperlich spürbar. Dantes Inferno schien lautmalerisch Gestalt anzunehmen. Markovinas hochkonzentriertes Spiel beeindruckte die Musikfreunde im Saal so sehr, dass sie sich zum Applaus von ihren Sitzen erhoben und Zugaben forderten. Der Wunsch wurde gerne erfüllt.
Rheinische Post, 17.06.2008

Ana-Marija Markovina … überraschte mit drei „antiken“ Tänzen von Ottorino Respighi. Die Stücke klingen direkt und frisch und lassen ihre Bindung an ländlich-folkloristische Vorbilder erkennen. Die Pianistin erlag aber in ihrer Deutung erfreulicherweise nicht der Versuchung, Leichtigkeit mit Belanglosigkeit zu verwechseln. Als eindrucksvollen Schlusspunkt setzte sie „Après une Lecture de Dante“ von Franz Liszt. Die „Fantasia“ zeigt eine von Dantes „Göttlicher Komödie“ inspirierte höllische Szene, deren Protagonist von einem unablässigen Inferno getrieben ist. In sauberem und virtuosem Spiel mit rhythmischer Komponente hob Ana-Marija Markovina auch die geistige Dimension der Komposition hervor. Dabei erwies sich die Pianistin als echtes Kraftpaket. Mit Wucht ließ sie Liszts dramatisches Konzept hervortreten.
Westfälische Nachrichten, 17.06.2008

Packendes, temperamentvolles Hörerlebnis
Ana Marija Markovina: Eine besondere Pianistin in der Bimmerle-Halle in Oppenau

… Bach war während seines Wirkens nicht nur als herausragender Komponist, sondern auch ein begnadeter Pianist bekannt. Aus seinem Werk hatte Markovina drei Kompositionen mitgebracht. Schon mit dem ersten Tastenanschlag war das Band zwischen einem andächtig lauschenden Publikum und der Künstlerin geknüpft. Drei der sechs preußischen Sonaten durften die Besucher hören, konnten sich mittragen lassen von einer Musik, die gleichermaßen samtig weich dahinplätscherte, die aufrüttelte und leidenschaftliche Elemente beinhaltete. Bereits mit diesem Auftakt bewies Markovina hohe Virtuosität und eine feine Gabe des Innehaltens, des Hineinhorchens in die Stimmungsbilder, die die Kompositionen abverlangten.

Mit »Andante spianato e grande Polonaise Brillante Es- Dur« von Chopin offenbarte sich die Pianistin gestaltungsfreudig und leidenschaftlich gleichermaßen. Kadenzen wurden mit Leichtigkeit gespielt, die Finger glitten in Windeseile über die Tasten und enthüllten perlende Läufe. Spannungsgeladene Elemente wurden zu einem temperamentvollen Zusammenspiel kraftvoller Klänge, duftige Passagen ließen Sensibilität spürbar werden. Markovina schien zusehends die Welt um sicher herum zu vergessen. »Mit dem Flügel eins werden«, schien ihre Devise ….

Nach der Pause durften sich die Besucher auf eine weitere erlesene Kostbarkeit freuen. »Die Bilder einer Ausstellung« … Hier konnte die Pianistin noch einmal ihre ganze Persönlichkeit einbringen, konnte Stimmungen aufleben und abebben lassen. Perfekt, wie Markovina sich dieses Werkes annahm. Mit der »Promenade«, die als Thema die einzelnen Sätze immer wieder verbinden, schuf sie einen großartigen Spannungsbogen zwischen den einzelnen Erfahrungen…. Wundervoll, wie sich die Pianistin den einzelnen Bildern näherte, wie sie das Publikum teilhaben ließ an diesen malerischen Eindrücken. Die perfekt inszenierte Interpretation schuf Vorgaben und ließ doch Raum für eigene Fantasien, die beim Hören dieser prachtvollen Klänge reichlich Nahrung fanden. Die Besucher waren schlussendlich hingerissen und dankten mit riesigem Applaus.
Badische Zeitung, 12.11.2007

…Die Pianistin macht das souverän, klangschön, pointiert, geschmackvoll. Der Bösendorfer vermittelt dabei eine fast historische Illusion.
von Jung, Fono Forum, Januar 2008

Publikum folgte atemlos

…Während die beiden Solisten Ana-Marija Markovina, Klavier und Wolfram Korr, Violine im ersten Satz Allegro des Doppelkonzerts für Violine, Klavier und Orchester d- Moll von F. Mendelssohn Bartholdy zusammen mit dem Orchester glänzten und die melodiöse Schönheit des Werks zur Geltung brachten, begeisterten sie durch ihre Dialogfreude im zweiten langsamen Satz Adagio und zeigten den Einklang der Gefühle der darin tief verborgen liegt; bedächtig hielt Longo hier seine Streicher im Hintergrund. Im dritten Satz Allegro molto zeigte Markovina ihr ganzes Temperament, tobte sich am Bösendorfer Flügel aus, auf dem sie sich wie zu Hause fühlte…
Rems-Zeitung, 4.12.2007

Hin zur eigenen Tonsprache

…. Die in Kroatien geborene und in Köln lebende Pianistin Ana-Marija Markovina, die Paul Badura-Skoda als eine der ‘bedeutendsten Pianistinnen ihrer Generation’ bezeichnete, widmet sich diesen salonhaften Werken mit künstlerischem Ernst und klangmalerischer Vorstellungskraft. So bekommen insbesondere die ariosen Momente unter ihren Händen sängerische Morbidezza und lyrische Wirkung.
…. In ‘Rondo Capriccioso’ oder ‘Scherz und Spiel’ scheint etwas von der Freiheit der späteren Kompositionen Wolfs auf. Den bitterbösen Humor, die kompromisslose Schau in Seelenabgründe und auch der Wagemut, weit vor Schönberg bis an die Grenzen der Auflösung der Tonalität zu gehen, die für das Reifewerk Wolfs kennzeichnend sind, lässt Markovina in diesen Stücken aufscheinen. Das erzählerische Talent und das Spiel mit Farben, das in der ‘Humoreske’ Gestalt annimmt, fasst sie in beherzte Klänge und lässt auch das Genrehafte im ‘Schlummerlied’ mit seiner konventionellen Harmonik und Motivarbeit nicht zu kurz kommen. Die unbekümmert fröhlichen, beinahe klassizistischen ‘Variationen’ spielt Markovina mit gestalterischer Phantasie und behänder Agilität…
von Miquel Cabruja, 04.12.2007

Musikalische Reise mit dem Streichorchester

Begeisterter, anhaltender Applaus und laute Bravorufe würdigten am Samstagabend die überzeugende Leistung der Pianistin Ana-Marija Markovina und der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg in der Friedenskapelle. Erst nach zwei Zugaben wurden die Musiker vom jubelnden Publikum verabschiedet …. Bei Bachs Klavierkonzert bildeten die Streicher einen dichten Klangteppich, in den sich Töne von Markovinas Flügel wie ein schillernder goldener Faden hinein webten. Als geradezu luxuriöses Instrument beeindruckte der Bösendorfer-Flügel, der extra für die Aufnahme einer CD bereitgestellt worden war, durch sein beeindruckendes Klangvolumen.
Westfälische Nachrichten, 29.10.2007

Das Spiel der jungen Kroatin erschloss sich erst bei längerem Hinhören, dann aber umso schöner und nachhaltiger… Bei Muzio Clementis Sonate fis-Moll begeisterten besonders der gefühlvolle langsamen Satz und ein rasant gespieltes Finale, das die pianistischen Fähigkeiten der Künstlerin mehr als erahnen ließ. Ottorino Respighis „Antiche Arie e Danze“ kennt man eher als Orchesterwerk und auch da verlangen sie einen großen Klangapparat. Markovinas Interpretation stand aber der Orchesterversion an Spannung und Klang-Größe kaum nach. Für die gewaltigen Akkordgebilde, perlenden Arpeggien und oft mit Oktav-Verdoppelungen gespielten Melodien braucht es eine gediegene Technik und nicht wenig Kraft. Ana-Marija Markovina verfügt über beides und dazu noch über ausgeprägten Gestaltungswillen und begeisterte damit. Fast schon Programmmusik war eine Suite aus drei Kompositionen von Gioacchino Rossini: „Memento homo“, das mit machtvollen glockenartigen Klängen begann und tragische Momente hatte, als Kontrast „Assez de Memento – dansons!“ mutwillig und fast wie ein Galopp und schließlich „Enterrement en Carnaval“, was eindeutig mehr Karneval- als Beerdigungs-Charakter hatte. Hier gab es nach dem zweiten Satz begeisterten Applaus für die ausdrucksstarke Interpretation. Einen Kraftakt hatte die junge Künstlerin nach der Pause zu bewältigen und tat das mit Bravour. Virtuosität, orchestrale Klangentfaltung, ausdrucksvolle, manchmal spitzfindig kecke Gestaltung, all das zeichnete die Wiedergabe von Modest Mussorgskis „Bildern einer Ausstellung“ aus. Man sah den hinkenden „Gnomus“ förmlich vor sich, spazierte durch ein verwunschenes „Altes Schloss“, erlebte „Spielende Kinder in den Tuilerien“. Großes klangliches Gepränge kennzeichnete „Das große Tor von Kiew“ mit dem das Konzert einen furiosen Abschluss fand. Eigentlich darf man nach solcher Anstrengung gar keine Zugabe verlangen. Aber Frau Markovina ließ sich nicht lange bitten und lieferte eine hoch virtuose Etüde von Franz Liszt, bevor sie hörbar außer Atem als letzte Zugabe die bereits erwähnte Scarlatti-Sonate ankündigte.
Frankfurter Neue Presse, 26.10.2007

SWR 3 Sendung: „Neues vom Klassikmarkt“

…Ana-Marija Markovina spielte aus den Variationen op.2 von Hugo Wolf. Und zwar benutzte sie dazu einen Bösendorfer Imperial Flügel, der vor allem in den hohen Oktaven bezaubernde Glöckchenklangfarben hat.
vonEleonore Büning, 28.Juli 2007

Mitreißende Solistin

… Sehr konzentriert lotete sie- im Dialog mit dem gut begleitenden Orchester- die Spannungen aus, die zwischen den lyrischen, nordisch-versonnenen und temperamentvollen, den nachdenklichen und den von ansteckender Energie getragenen Passagen bestehen. Besonders auch in den Solopassagen wurde ihr Gestaltungsvermögen hörbar, wenn sie in das Klavier hineinzuhören schien und den Tönen „auf den Grund“ ging, um den Kontrast zwischen intensiver Ton-Konzentration und überschwänglichem Ausbruch herauszuarbeiten oder die singenden Melodien Griegs zum klingen zu bringen.
Siegener Zeitung, 19.06.2007

Auffallende Leichtigkeit und ein fasziniertes Publikum… Der Eindruck vertiefte sich bei dem folgendem Klavierkonzert von Edvard Grieg, wo das Orchester die schwierige Aufgabe hat, die Solistin zu begleiten, ohne die eigene Ausdruckskraft zu opfern. Das gelang zufriedenstellend, auch inspiriert von der noch jungen Solistin Ana-Marija Markovina, die den Geist und die Nuancen dieses zur Zeit selten gespielten Werkes zu exzellenter Wirkung brachte- so weit der Flügel ihrem Klangsinn und ihrer Fingerfertigkeit zu entsprechen vermochte. Grieg hat in diesem Werk folkloristische Anmutungen verarbeitet und in romantischer Art aus ihrer Naivität gerissen und dadurch musikalisch problematisiert. Das endet gewöhnlich in einer Rückwendung zum Populären durch pathetische Überformung der Grundidee. Die Pianistin verstand diese unterschiedlichen Stimmungsbilder und Gestaltmomente auszuloten und mit technischer Brillanz an ein fasziniert lauschendes Publikum weiterzugeben. Für den starken Applaus bedankte sie sich mit einer Liszt-Etüde, bei der sie noch einmal ihre phänomenale Technik bewies.
Westfälische Rundschau, 19.06.2007

Leidenschaftliche Wiedergabe

Der Kreischaer Robert-Schumann-Verein präsentierte am Sonnabend im Saal der Zscheckwitzer Kinderklinik Ana-Marija Markovina, eine hochinteressante Künstlerpersönlichkeit. Die noch junge, aus Kroatien stammende und in Köln lebende Pianistin, Schülerin von Paul Badura-Skoda, ist trotz ihrer Jugend schon weit in der Welt herumgekommen… Markovina zeigte ihre großartige Technik, ihre Anschlagskunst, ihre Griffsicherheit. Bewundernswert die Tonwiederholungen. Grandios interpretiert hörten wir vor der Pause Chopins „Andante spianato et Grande Polonaise Brillante“ Es-Dur. Wie delikat der langsame teil! Herrlich der Klang des Basses bei der duftigen Begleitung eines der edelsten Themen des Meisters. Die kadenzartigen Figuren der Polonaise wurden mit charmanter Bravour dargestellt. Frau Markovina besitzt das richtige Gefühl für Chopins Musik. Nach der Pause spielte die Künstlerin die berühmten „Bilder einer Ausstellung“…in 15 kleinen Sätzen wurden slawische Schwermut und Wildheit gezeichnet, eine leidenschaftliche Wiedergabe. Großer Applaus forderte Zugaben heraus: zwei Sonaten von Domenico Scarlatti, virtuos vorgetragen.
Sächsische Zeitung, 15.05.2007

Ana-Marija Markovina verzaubert das Publikum – Präzision und viel Energie

Schon nach den ersten Takten war klar: Die Pianistin wird ein erstklassiges Konzert abhalten: Mit ihrem leichten, fast mühelosen Spiel sowie einer enormen technischen Präzision… Ob innig, aufgeregt oder lebhaft, jederzeit war das Publikum vom Spiel Markovinas gefangen…
Südwestpresse, 20.03.2007

„Kenner hören Württemberger“

Ein Klaviersolo besonderer Art war am Sonntag im Alten Rathaus zu hören- mit Stücken, die nur selten gespielt werden. Eine Spezialität der kroatischen Pianistin Ana-Marija Markovina, die mit atemberaubenden Läufen und eigenwilligen Interpretationen in der „Stunde der Kammermusik“ überraschte. Markovina hat den Flügel singen lassen und das ganze Spektrum seiner Möglichkeiten genutzt. Schnell perlende Läufe und plötzliche Wechsel kennzeichnen die Württembergischen Sonaten, die eine akrobatische Fingerfertigkeit verlangen. Temperamentvolle Steigerungen reißen den Zuhörer von einer Gefühlslage in die nächste. Ein technisch brillantes Feuerwerk, das ein geübtes Ohr erfordert. In den langsamen Sätzen zeigte die Pianistin Konzentration und legte mit ihren intensiven Interpretationen die Strukturen der Kompositionen frei…
Schwäbische Zeitung, 20.03.2007

Pointierte Leichtigkeit

Markovina erwies sich hier als wahres Kraftpaket. Mit unablässiger Wucht und Virtuosität machte sie Liszts dramatisches Konzept deutlich. Sie agierte in nahezu symphonischen Dimensionen… Sie überzeugte das begeisterte Publikum im Xantener Rathaussaal mit einem kompromisslos ausdrucksvollen Stil, wunderbar lebendig und intensiv.
Bote für Stadt und Land, 10.10.2006

Carl Philipp Emanuel Bach
Die Sechs Württembergischen Sonaten
Ungestüme Klaviersonaten der ersten Generation

…Das junge Leipziger Label Genuin schickt nun die ebenfalls junge Pianistin Ana-Marija Markovina mit den ‘Württembergischen Sonaten’ ins Rennen, zusätzlich bekommt man auf einer (ziemlich kurzen) zweiten CD eine Live-Aufnahme des d-Moll-Konzerts für Clavier und Orchester H 427 (Wq. 23) von Carl Philipp Emanuel Bach geboten. Liest man auf dem in edlem, glänzenden Schwarz gehaltenen Booklet, dass Ana-Marija Markovina sich der Sonaten (wie auch dem Konzert) mit einem Bösendorfer-Flügel annimmt, so stellen sich zuerst einmal historische Bedenken ein. In Zeiten, in denen historisch informierte Aufführungspraxis oder zumindest enge Orientierung an ihr zum guten Ton gehört, werden solche Produktionen schnell als Anachronismus abgestempelt. Wer
wagt es heute noch, C. P. E. Bach auf einem Konzertflügel zu spielen…? – Dass allerdings historische Angemessenheit nicht primär mit dem Instrumentarium zu tun hat, macht diese Aufnahme auf sinnfällige Art deutlich. Denn Ana-Marija Markovina zaubert aus ihrem Flügel so filigrane, luzide Klänge, dass man kaum seinen Ohren traut. Wie viele Aufnahmen gibt es, bei denen zwar alte Instrumente benutzt werden, aber letztlich so uninspiriert und blechern klingen, dass man gerne mal das Bonmot von der Schreibmaschine hervorzuholen geneigt ist. Hier allerdings wird historisch informierte Aufführungspraxis auf modernem Instrumentarium gezeigt: knackige Akkorde, gestochen scharfe Läufe, kontrapunktische Dichte und alles in unerhörter klanglicher Transparenz und filigraner Klarheit des Satzes….
von Tobias Pfleger, klassik.com, 24.09.2006

Die Pianistin Ana-Marija Markovina wusste diese Freiräume mit ihrem faszinierenden Spiel zu nutzen…. Ihre Stärken lagen im lyrischen Tonfall, im Poetischen… Dem entsprechend geriet ihr vor allem der zweite Satz zu einem begeisterndem Glanzstück. Nach dem furios gespielten Schlusssatz, in dem sie noch einmal ihre Qualitäten als virtuose Tastenlöwin ausspielen konnte, erntete sie lang anhaltende Bravo-Rufe. Sie bedankte sich mit einer Etüde von Franz Liszt, in der sie wieder einmal mehr ihre überragende Spieltechnik unterstrich.
Badische Neueste Nachrichten, 27.03.2006

Sie verfügt über die geforderte perlende Geläufigkeit, gefiel aber besonders durch den verinnerlichten, intensiven, etwas schmerzerfüllten Ausdruck, der dem Solopart dieses Stückes eigen ist. Den Mittelsatz, eine Romanze, gab die Pianistin geradezu gläsern transparent. Den polnischen Volkstanz Krakowiak, der dem Finale zugrunde liegt, rückte Markovina mit markant ziselierter Rhythmik ins Rampenlicht. Sie verlieh dem mitreißenden gespielten Finale dadurch einen erfrischend pikanten Zug. Die Spannung löste sich im Beifall des Publikums auf, die angenehm natürliche Pianistin revanchierte sich mit einer fulminant musizierten, höchst virtuosen Etüde von Liszt.
Badisches Tagblatt, 27.03.2006

„Bilder der Russischen Seele“

Ana-Marija Markovina brauchte die Unterstützung seiner Noten nicht, um ihre eigene innige Interpretation zum Klingen zu bringen. Kompromisslos ausdrucksvoll, anrührend ergriffen, wunderbar lebendig und intensiv spielte sie ihren Gang durch die „Bilder einer Ausstellung“ … und den großzügigen Applaus entgegen nimmt. Als Bonbon zum Nachtisch: Scarlatti: schelmisch lebendig
Grafschafter Nachrichten, 11.10.2005

Robert Schumann’s Piano Quintet is given a most engaging performance by the Robert-Schumann-Quartett (with Ana-Marija Markovina) on a new pair of discs. It’s accompanied by the composer’s less familiar three string quartets, using a newly-discovered manuscript. There are few differences from the traditional versions, apparently, but these CDs can be recommended anyway, and without reference to that particular selling-point.
Taipei Times, Thu, Sep 29, 2005, By Bradley Winterton, CONTRIBUTING REPORTER

„Mendelssohn schulterfrei“

Die in Fachkreisen gefeierte Interpretin, die international auf große Beachtung stößt, veranstaltete ein buntes Feuerwerk pianistischer Kunstfertigkeit beim Allegro und Finale mit dieser anspruchsvollen Komposition. Gefühlvoll und imposant zugleich gestaltete sie das Adagio im Zusammenspiel mit den Philharmonikern. Das Publikum ließ sie erst nach einer quirligen Zugabe gehen.
Rheinische Post, 27.09.2005

„Immer wieder wechselnde Stimmungen“

Technisch versiert und ausdrucksstark eröffnete sie den ersten Satz. Gefühlvoll und weich perlten ihre Finger im zweiten Satz über die Tasten. Prägnant eröffnete sie den dritten Satz und meisterte auch hier virtuos die technisch anspruchsvollen Passagen. Je nach Stimmung der Sätze formte sie ihre Töne weich und sanft oder markant akzentuiert. Mit zwei Zugaben … von Franz Liszt … verabschiedete sie sich vom begeisterten Publikum.
Die Kitzinger, 24.05.2005

„Glückliche Hände am Werk“

… In ihrer musikalischen Karriere hat Ana-Marija Markovina sich in glücklicher Symbiose von genialischer Grundbegabung, exzellenter Ausbildung, hingebungsvoller Arbeit und physisch-psychischer Kraft zu einer Künstlerin entwickelt, die ihr Publikum zu faszinieren weiß … Das Publikum lauschte gebannt und wurde sich in wachsendem Maße der Außergewöhnlichkeit des Konzertereignisses bewusst.
Honnefer Sonntagszeitung, 24.04.2005

„Wahrhaft hochdramatische Gebärde“

Ana-Marija Markovina, seit Jahren willkommener Gast auf Schloss Herten, gab dort nun einem besonderen Abend Farbe und Glanz.
Im festlichen Eröffnungskonzert … stellte die aus Kroatien stammende und in Köln lebende Pianistin ein nahezu unbekanntes Werk Antonio Salieris vor, das Concerto C-Dur für Klavier und Orchester … Welche Kostbarkeit Salieris Klavierkonzert darstellt, macht Ana-Marija Markovina … sehr deutlich. Mit zart getupften Akkorden eröffnete sie ihren Part, setzte schimmernde Skalen und Melismen gegen virtuoses Passagenwerk und gedankenvollen Kontrast zur hoch dramatischen Gebärde. Anschlagskultur und sublime Gestaltungskraft vermochten hier die erlesene Schönheit des Werks gültig nachzuzeichnen.
Recklinghäuser Zeitung, 25.01.2005

„Erfrischendes Spiel“

… Überdies nahm Markovina durch ihr klares, nicht zu sentimentales Chopinspiel für sich ein, das Phrasierungen plastisch ausformt – selbst wenn sie … nur wie filigraner Nachhall erklingen. Der Versuchung, die Romanze des langsamen Satzes allzu verklärt verschweben zu lassen, gab Markovina nicht nach, und im Finale kam ihre tadellose Technik am deutlichsten zur Geltung.
Wiesbadener Kurier, 19.11.2004

„Mitreißend und gekonnt“

… Mit einem markanten Akkord setzte sie ein, ergriff die Führung und bannte mit gläserner Transparenz und Kühle ohne betuliche Schwere, und das auch im 2. Satz: die Romanze kam mit samtig vollem Anschlag daher, geistreich, galant und Ruhe verströmend. Markovinas Spiel erforderte die Wachheit der Zuhörer. Es war prägnant, präzise und bewies kraftvolle Fingerfertigkeit. Insbesondere der folkloristisch gefärbte dritte Satz zeigte ihre Virtuosität: Die Solistin entsprach dem Verlangen nach einer ebenso ausdrucksstarken wie agilen rechten Hand bis zum effektvollen Abschluss.
General-Anzeiger Bonn, 12.11.2004

„Bezaubernde Virtuosin am Klavier“

… Sehr locker und luftig kam die Ballade Nr. 3 im strahlenden As-Dur daher. Hier deutete sich bereits an, was sich anschließend in Schumanns Papillons op.2 bestätigte: Dass es für diese Pianistin wohl keine technischen Grenzen gibt.
Westfalen Post, 26.10.2004

„Barocke Affekte“

… setzte das musikalische Bilderbuch der Gesellschaften in den brillantesten Farben in Szene … Herausfordernd farbenreich malte die Pianistin den ständig wechselnden Tonfall der „Schmetterlinge“. Erst am Ende konnte sie die Arme in langen, von einander weglaufenden und sich wieder vereinenden Läufen versöhnlich ausbreiten. Wie ein anmutiger Schmetterling, dessen Flügel das Elfenbein streichelten.
Münstersche Zeitung, 04.10.2004

„Beeindruckende Solisten waren spürbar in Spiellaune“

Durch glasklare Artikulation beeindruckte dann Ana-Marija Markovina beim folgenden Konzert für Klavier und Orchester KV 414. Mit kraftvoller Brillanz und perlenden Läufen zog die junge Kroatin hier alle Register und ließ das Werk in allen Schattierungen effektvoll glitzern und funkeln.
Kölnische Rundschau, 22.02.2003

„Lustvoll und verschwenderisch“

Ana-Marija Markovina spielte ihr außergewöhnliches Klavierkonzert großartig.

Die Größe und Vieldimensionalität ihres Spieles, die man der 32-jährigen Künstlerin bisweilen nachsagt, ließ sie … nicht vermissen. Der orchestrale Stil, den Franz Liszts eröffnende „Dante-Sonate“ prägt, meisterte Ana-Marija Markovina so facettenreich, wie es dem Grundgedanken des Werkes entspricht: … wie ein symphonischer Klangkörper mit all seinen Registern ließ sie den Flügel klingen und führte das Instrument dabei immer wieder mit großer Vehemenz bis an die Grenzen seiner Leistungsmöglichkeiten.
Westfälische Allgemeine Zeitung, 28.01.2003

„Titan trifft Feuergeist“

Dabei ging es vor den erstaunlich zahlreichen Besuchern alles andere als gemütlich zu, denn die junge Virtuosin entlädt ein Temperament in kühnsten Zeitmaßen und sprengender Dynamik Ton um Ton aus der rasenden Fülle der gewaltigen Läufe heraus und springt den Zuhörer regelrecht an.
Solinger Morgenpost 03.12.2002

„Wiener Klassik in Berlin“

… zeigte dieser tage am Gendarmenmarkt ein Konzerthaus, welches Anne-Sophie Mutter nicht besser füllen wird… das Klavierkonzert ließ Ana-Marija Markovina, einer vollkommen uneitel auf die Sache konzentrierten kroatischen Jungpianistin, Raum zur individuellen Gestaltung …
Märkische Allgemeine Zeitung, 02.11.2002

„Zauber des Anfangs“

Im großen NDR- Sendesaal … spielte die Solistin hochkonzentriert, jedes Arpeggio musizierte sie aus, selbst kleine Phrasen verfolgte sie bis in die letzten Ausläufer eines Trillers hinein. Insgesamt eine betont romantische, klangsensible Interpretation. Frisch, intelligent und mit schön abgestimmten Gesamtklang reagierte das Orchester.
Hannoversche Allgemeine, 29.10.2002

„Leise Rufe wie aus einer fernen Welt“

… in der vollbesetzten Beethovenhalle. Die Pianistin Ana-Marija Markovina entfachte den ersten prometheischen Funken bereits im „Con Brio“ des ersten Satzes, indem sie mit Verve ihre Möglichkeiten zum dramatischen Zugriff nutzte. Gemeinsam mit dem Orchester entfaltete sie etwa das triumphale Marsch-Allegro des ersten Satzes, jedoch ohne dabei die lyrischen, innigen Momente zu vernachlässigen. Hier leuchtete ihr Klang auf und gewann an Tiefe und Strahlkraft.
General-Anzeiger Bonn, 28.10.2002

„Schwerelos und kraftvoll zu tönender Prachtentfaltung“

Ana-Marija Markovina profilierte sich hier mit einem leuchtende transparenten Ton; klug war das Verhältnis zwischen Leidenschaft und Ratio austariert, es blieb nichts dem Zufall überlassen… Im anschließenden Rondo glänzte Ana-Marija Markovina mit lupenrein gespielten Läufen, gewichtslos und nachdrücklich zugleich, mit nie nachlassender Spannung. Die Leistung bescherte Bravorufe, die bereits in den Schlusston hineintönten.
Badische Neueste Nachrichten, 24.10.2002

„Solistisch und im Ensemble makellos schön“

Einen Vorgeschmack auf die rasanten, bisweilen feurigen klavieristischen Fähigkeiten der Markovina konnte sich der Hörer vorab holen. Prokofievs Klavierkonzert Nr.1 geriet durch ihren energischen, präzisionsscharfen Zugriff zum mitreißenden Hörerlebnis.
Westfalenpost, 02.05.2002

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